Reglement & Modus | Spengler Cup Davos

Reglement & Modus

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Tournament Regulations

Null, ein oder drei Punkte?

Der Spengler Cup wird nach den Regeln des Internationalen Eishockey-Verbandes (IIHF) ausgetragen. Zusätzlich wurden auf 2015 zwei Änderungen von der National Hockey League NHL übernommen: Die «Coach's Challenge» und das 3 gegen 3 in der Overtime. Die Rangierung erfolgt nach höherer Punktzahl.

Das siegreiche Team nach der regulären Spielzeit (60 Min) erhält drei (3) Punkte. Bei unentschiedenem Ausgang nach der regulären Spielzeit erhält jedes Team einen (1) Punkt. Das siegreiche Team in der Verlängerung oder nach Penaltyschiessen erhält zusätzlich einen (1) Punkt.

Bei Punktegleichheit von zwei oder mehr Mannschaften gelangen –in der genannten Reihenfolge – die folgenden Kriterien zur Anwendung:

  1. Höhere Anzahl Punkte aus den direkten Begegnungen
  2. Bessere Tordifferenz aus beiden Gruppenspielen
  3. Höhere Anzahl geschossener Tore aus beiden Gruppenspielen
  4. Besteht nach den Kriterien a-c noch immer Gleichheit, zählt die bessere Tordifferenz aus den direkten Begegnungen der beteiligten Mannschaften
  5. Besteht nach den Kriterien a-d noch immer Gleichheit, zählt die höhere Anzahl der geschossenen Tore aus den direkten Begegnungen der beteiligten Mannschaften
  6. Losentscheid

Steht ein Spiel nach 60 Minuten unentschieden, wird nach einer Pause von 3 Minuten sofort eine Verlängerung von 5 Minuten gespielt. Die Mannschaften verteidigen das gleiche Tor wie im dritten Drittel. Neu beginnen beide Teams die Verlängerung bei keinen laufenden Strafen nach 60 Minuten mit 3 Feldspielern und 1 Torhüter. Das Spiel ist nach 5 Minuten oder wenn ein Tor erzielt wurde beendet. Die Mannschaft, welche das Tor erzielt hat, ist Sieger. Wenn in der Verlängerung kein Tor erzielt wurde, folgt ein Penaltyschiessen. Wenn eine Mannschaft sich weigert, die Verlängerung zu spielen, wird das Spiel für diese Mannschaft als verloren erklärt.

Wenn ein Spiel am Ende einer «Sudden Victory»-Verlängerung immer noch unentschieden steht, wird unverzüglich das Penaltyschiessen durchgeführt. Das Eis wird in der Mitte mit der Eisreinigungsmaschine trocken gereinigt. Jede Mannschaft bestimmt 5 auf dem offiziellen Spielbericht aufgeführte Spieler, welche die Schüsse ausführen. Ein Spieler, dessen Strafe nach Beendigung der «Sudden Victory»-Verlängerung nicht beendet ist, kann nicht für das Penaltyschiessen nominiert werden und muss auf der Strafbank oder im Umkleideraum verbleiben. Auch Spieler, die während des Penaltyschiessens eine Strafe erhalten haben, müssen auf der Strafbank oder im Umkleideraum verbleiben, bis das Penaltyschiessen beendet ist.

Der Schiedsrichter ruft die beiden Kapitäne zur Mitte des Spielfeldes und wirft eine Münze, um zu entscheiden, welche Mannschaft den ersten Schuss ausführt. Der Gewinner der Auslosung hat die Wahl, ob seine Mannschaft als erste oder zweite schiessen wird. Die Torhüter verteidigen dasselbe Tor wie in der Verlängerung. Sie können nach jedem Schuss ausgewechselt werden. Für die Ausführung der Schüsse gilt die Regel 509 des offiziellen IIHF-Regelbuches. Die Spieler beider Mannschaften schiessen die Penaltyschüsse abwechselnd, bis ein entscheidendes Tor erzielt wird. Die restlichen Schüsse werden nicht mehr ausgeführt.

Wenn das Resultat nach 5 Penaltyschüssen jeder Mannschaft immer noch unentschieden ist, wird das Verfahren mit einem «Tie-Break» von einem Spieler pro Mannschaft fortgesetzt. Als Penaltyschützen können die gleichen oder neue Spieler bestimmt werden. Es kann auch immer der gleiche Spieler sein, der die Schüsse ausführt. Die andere Mannschaft beginnt mit den «Tie-Break»-Schüssen. Das Spiel ist beendet, sobald im Vergleich von zwei Gegenspielern das entscheidende Tor erzielt wird. 

Der offizielle Punktrichter registriert alle abgegebenen Schüsse mit Angabe der Spieler, Torhüter und erzielten Tore. Nur das entscheidende Tor zählt für das Resultat des Spieles und wird dem Spieler, der es erzielt hat zugeschrieben. Weigert sich eine Mannschaft, am Penaltyschiessen zur Ermittlung eines Siegers teilzunehmen, wird das Spiel für diese Mannschaft als verloren erklärt. Weigert sich ein Spieler, einen Penaltyschuss auszuführen, gilt für seine Mannschaft der Schuss als vergeben.

Die bestehende Möglichkeit, Szenen in dieser Hochgeschwindigkeits-Sportart durch Video-Beweis nochmals anzusehen, erfährt eine grosse Akzeptanz bei allen Akteuren. Die Trainer verfügen über die Möglichkeit, ein «Coach's Challenge» zu verlangen. Diese bedeutet eine gezielte Prüfung mittels Video-Beweis und beschränkt sich auf zwei spezielle Szenarien:

  • «Offside»-Szene führt zu einem Goal
  • Behinderung des Torhüters (Interference on the goalkeeper)

Ein Coach’s Challenge ist nur möglich, wenn vorweg das Time-out nicht benutzt wurde. Wird die Challenge des Trainers bestätigt, behält dieser die Möglichkeit, bei Bedarf eine weitere Challenge zu verlangen. Wird die Challenge nicht bestätigt, gibt es keine weitere Möglichkeit für den Trainer, eine Szene überprüfen zu lassen und er verliert das Recht auf ein Time-out.

Spielmodus

Über «CATTINI» und «TORRIANI» ins Finale

Seit 2010 wird am Spengler Cup mit sechs Teams und damit auch mit einem neuen Modus gespielt. Die Spieldaten sind zwar fixiert, die Begegnungen aber nur am ersten Tag des sechstägigen Events bekannt.

Die Teams sind in der Vorrunde in zwei Gruppen eingeteilt. Die Gruppe «Torriani» spielt jeweils am Nachmittag während die Gruppe «Cattini» die Abendspiele bestreiten wird. Das Eröffnungsspiel ist traditionsgemäss auf den Stephanstag, 26. Dezember, auf 15 Uhr angesetzt.

Ab dem 29. Dezember geht es bereits um die Qualifikation für die Halbfinals. Dafür sind die besten beiden Equipen der Vorrunde gesetzt. Die übrigen Mannschaften ermitteln übers Kreuz in Pre-Semifinals die übrigen Plätze in den Top 4. Der Zweite der Gruppe «Torriani» spielt gegen den Dritten der Gruppe «Cattini» und umgekehrt. Die beiden Sieger dieser Duelle ziehen in die nächste Runde ein, wo sie am vorletzten Turniertag auf die Erstrangierten der jeweiligen Gruppen treffen. Die Sieger dieser Spiele stehen sich am 31. Dezember um 12 Uhr im Finale gegenüber.

In der Vorrunde erhält der Sieger einer Partie jeweils drei Punkte, der Verlierer keinen. Falls das Spiel nach 60 Spielminuten unentschieden ausgeht, wird eine Verlängerung von fünf Minuten Länge gespielt. Ist das Spiel danach immer noch unentschieden, wird der Sieger durch ein Penaltyschiessen ermittelt. In diesem Fall erhält das unterlegene Team noch einen Punkt, ebenso wenn es in der fünfminütigen Verlängerung verliert.

Die Gruppennamen heissen «Torriani» und «Cattini», nach dem bekannten «ni-Sturm» der 30er- und 40er-Jahre. Richard «Bibi» Torriani, Hans «Joe» Cattini und Ferdinand «Pic» Cattini, die ab 1933 zusammen auftraten, revolutionierten damals das Schweizer Eishockey. Sie bildeten während eineinhalb Jahrzehnten die Paradelinie des HC Davos und der Schweizer Nationalmannschaft. Die Namen aufzuzählen ersparten sich die Journalisten und Statistiker bald. In der Aufstellung des HC Davos stand damals statt der Namen schlicht und einfach «ni-Sturm». Torriani – über Jahrzehnte der populärste Schweizer Sportler – war der Kopf des Sturms. Er war es auch, der 1948 bei den zweiten Olympischen Spielen in St.Moritz den Eid sprechen durfte. Später gewann das Schweizer Team die Bronzemedaille. Mit dem «ni-Sturm» gewann der HCD zwischen 1933 und 1943 «sein Turnier» sechsmal. Dass der HCD damals auch in der Meisterschaft praktisch ohne Gegner war, ist einleuchtend.