Unterschätzt uns nicht

24.9.2026, 10:00

Unterschätzt uns nicht

Frölunda gehört zu den erfolgreichsten und bekanntesten Eishockeyclubs Europas. Fünfmal (1965, 2003, 2005, 2016 und 2019) triumphierte das Team aus Göteborg in der heimischen Meisterschaft (SHL). Noch beeindruckender sind die Erfolge in der Champions Hockey League (CHL), wo man in den letzten elf Jahren ebenfalls fünf Titel holte (2016, 2017, 2019, 2020 und 2026).

Als letzte schwedische Mannschaft gewann Färjestad BK 1994 das Davoser Traditionsturnier. 32 Jahre später könnte wieder ein schwedischer Triumph folgen. Mit Frölunda kommt der amtierende europäische Champion an den 98. Spengler Cup und ihre Ambitionen sind eindeutig. Bereits 2023 beehrte das SHL-Spitzenteam den Spengler Cup und zählte bei den Buchmachern zu den Turnierfavoriten. Doch ein entfesselter HC Davos warf die Schweden in einem verrückten Halbfinal nach 51 Sekunden der Verlängerung aus dem Turnier. 
Frölunda habe vor drei Jahren viel gelernt, sagt Fredrik Sjöström, der General Manager der Schweden: «Ich denke, wir waren 2023 bei Turnierbeginn nicht zu 100 % bereit. Jetzt kennen wir die Gegebenheiten, die Atmosphäre und die Konkurrenz – dieses Jahr werden wir bereit sein. Die Spiele sind sehr wettbewerbsintensiv und auf einem hohen Niveau. Wir wissen nun, was uns erwartet.»

An der Ausgangslage hat sich seit dem letzten Auftritt in Davos wenig verändert. Frölunda gehört weiterhin zu den besten Mannschaften Europas. Das grosse Highlight der Saison 2025/26 folgte im März mit dem Gewinn der Champions Hockey League. In einem hochdramatischen, rein schwedischen Final setzte sich Frölunda im heimischen Scandinavium mit 3:2 nach Verlängerung gegen Luleå HF durch. Jere Innala, der in diesem Sommer zum HC Lugano wechselte, erzielte den entscheidenden Treffer in der Overtime und machte Frölunda zum fünffachen Rekordsieger der CHL.

Auch in der schwedischen Meisterschaft spielte das Team eine hervorragende reguläre Saison. Mit 101 Punkten aus 52 Spielen sicherte sich Frölunda den 2. Tabellenplatz direkt hinter Skellefteå AIK. Trotz der starken Ausgangslage endete der Traum vom sechsten Meistertitel überraschend aber bereits in den Playoff-Viertelfinals, wo man gegen Luleå nach sechs Partien ausschied. 
Trotz, oder gerade wegen diesem frühen Saisonende ist der Hunger auf Erfolge bei Frölunda ungebrochen. Fredrik Sjöström unterstreicht den Anspruch seiner Organisation an sich selbst: «Unser Ziel ist es, das Turnier zu gewinnen. Wir wissen, dass es hart wird, aber überall wo wir teilnehmen versuchen wir zu gewinnen.»

Diese Einstellung kann HCD-Verteidiger Dominik Egli nur bestätigen. Der Schweizer Nationalspieler kennt die Organisation aus erster Hand. Im Sommer 2024 erfüllte sich Egli einen Bubentraum und wechselte von Davos für zwei Saisons in die SHL zu Frölunda, bevor er diesen Sommer zum HCD zurückkehrte: «Frölunda investiert sehr viel in den Nachwuchs. Das bedeutet, dass sie jedes Jahr gute junge Spieler haben, die in die erste Mannschaft integriert werden können und das Team besser machen. Und ja, in jede Kampagne, in die sie gehen, starten sie mit dem Mindset, dass sie sie gewinnen wollen. Deshalb spielt es keine Rolle, gegen wen oder wo sie spielen – sie wollen immer gewinnen. Das ist wie ein Skill, den sie haben.»

So viel Talent, gepaart mit dieser Siegermentalität, macht Frölunda HC logischerweise zu einem der Turnierfavoriten. Und Sportchef Fredrik Sjöström lässt keinen Zweifel daran, dass die Schweden nicht zum Ferienmachen nach Davos kommen: «Wir werden in Davos auch Aktivitäten mit den Spielern, dem Staff und den Familien organisieren. Es ist eine grossartige Möglichkeit, als Team noch enger zusammenzuwachsen und starke Beziehungen aufzubauen. Aber unterschätzt uns nicht – wir sind hier, um Hockey zu spielen!»

Text: Spengler Cup-Onlineredaktion    Foto: Keystone

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