«Unser Hockeyfest wird immer besser»
6.1.2026, 11:00

Sportlich und wirtschaftlich ist OK-Präsident Marc Gianola mit der 97. Auflage des Spengler Cup hochzufrieden. Für das künftige Teilnehmerfeld sieht Gianola vielversprechende Perspektiven und gleich mehrere Varianten.
Die Gesamtbilanz sei fast gleich wie in den Vorjahren, sagt Marc Gianola. «Unser Hockeyfest wird immer besser – auf einem sehr hohen Niveau. Es wurde wunderbarer Sport geboten. Alle Mannschaften nahmen das Turnier ernst. Es gibt fast keine langweiligen Spiele mehr, vielleicht mal ein Drittel, in dem etwas weniger los ist. Man sieht, dass die Mannschaften gerne an den Spengler Cup kommen und auch gerne wiederkommen wollen. Deshalb setzen sie sich auch so ein.»
Auch wirtschaftlich sei das Turnier sensationell verlaufen. Alle elf Partien waren ausverkauft, die Vermarktung ebenfalls bereits vor dem ersten Puck-drop abgeschlossen. «Die Ergebnisse vom Rundherum, etwa vom Fan-Zelt, habe ich noch nicht», bemerkt Gianola weiter. «Aus den Feedbacks, dass wir zu wenige Plätze hatten, gehe ich davon aus, dass es auch dort wunderbar lief. Im Loft 23, dem VIP-Bereich, sei es im Vergleich zum Vorjahr leicht besser gelaufen. Dort ortet der OK-Präsident «in einem kleinen Bereich von fünf bis sechs Prozent noch Möglichkeiten, wo wir besser werden können. Im Loft ist man aber auch auf einem hohen Niveau, in einem anderen Preissegment».
Spektakulärer Final
Der HCD sicherte sich die Siegertrophäe in einer spektakulären Finalpartie mit einem 6:3-Sieg gegen die US College Selects – erst in den letzten fünf Spielminuten durch einen Doppelschlag von Filip Zadina und Enzo Corvi sowie einen Empty Netter von Matej Stransky. «In diesem Endspiel wurden zwei Geschichten geschrieben. Die eine von einer jungen amerikanischen College-Auswahl, von der im Voraus niemand richtig wusste, was man erwarten durfte. Sie trumpfte mit einem sehr erfrischenden Eishockey auf», sagt Gianola. «Auf der anderen Seite stand der HCD, der – wie vor einem Jahr gegen das DEL-Team Straubing – ein sehr strenges Programm hatte, aber immer wieder taktisch einen Weg fand, sodass man auch mit vielen Spielen in den Knochen den Final noch gewinnen kann.»
Verträge mit Team Canada und Finnland ausgelaufen
Auch das College-Team zeigte sich vom Spengler Cup begeistert und würde gerne wieder in Davos antreten. Gianola attestiert: «Die Studentenauswahl hat alle begeistert.» Der OK-Chef steht jedoch vor einer speziellen Situation: Die Verträge mit dem Team Canada, das sich seit 1984 mit seinem totalen Engagement in die Herzen der Zuschauer gespielt hat, sowie mit dem Finnischen Eishockeyverband sind per Ende 2025 ausgelaufen. Die Finnen haben seit 2019 am Spengler Cup zwar kein Spiel mehr gewonnen, vertreten aber das skandinavische Eishockey, das auf Weltniveau von Bedeutung ist. «Wir streben ein homogenes Teilnehmerfeld an, das sich gegenseitig fordern kann», sagt Gianola. «Es ist Aufgabe der Sportabteilung, dies in den nächsten drei, vier Wochen zu evaluieren.» Gleichzeitig gibt der OK-Präsident zu bedenken: «Man hat Partnerschaften, die sehr lange dauerten; da will man niemanden vor den Kopf stossen.»
Stand heute geht das OK davon aus, dass auch am 98. Spengler Cup eine zweite Schweizer Mannschaft neben dem HCD antreten wird. Wie immer wird frühzeitig informiert – sobald die teilnehmenden Teams feststehen.
Quelle: Davoser Zeitung Foto: KEYSTONE/Melanie Duchene






