11.12.2018 10:44

Yannick Frehner steht vor seinem ersten Spengler Cup, einem weiteren speziellen Moment in seiner noch jungen Karriere.

 

Es war bislang eine schwierige Saison für den HC Davos. Dennoch hat sie auch den einen oder anderen Gewinner hervorgebracht. Wie etwa den Flügel Yannick Frehner, der nun vor seinem ersten Spengler Cup steht.

Als Arno Del Curto im Sommer 1996 den HC Davos übernommen hatte, da war Yannick Frehner noch gar nicht auf der Welt. Nun, am Morgen des 27. November 2018, wurde der 20-Jährige Zeuge jenes historischen Moments, in dem der Trainer der Mannschaft in der Garderobe seinen Rücktritt erklärte. «Del Curto und Davos – das gehörte seit meiner Geburt zusammen. Ich war geschockt», sagt Frehner. Und: «Rückblickend bin ich sehr dankbar und geehrt, dass ich noch ein Jahr unter ihm spielen durfte.»

Tatsächlich hat der Flügel seinen Einstieg in die National League Del Curto zu verdanken. Und das ist in seinem Fall nicht wenig. Als 15-Jähriger war er auf Empfehlung des damaligen Sportchefs Bruno Aegerter von Chur zum HCD gestossen, parallel zum Hockey absolvierte er das Sportgymnasium. Frehner war ein guter Spieler, allerdings kein herausragender. Ein paar Juniorenländerspiele, eine wichtige Rolle im jeweiligen Jahrgangsteam – nicht mehr, aber auch nicht weniger. «Ich bin bei den Junioren immer ein wenig unter dem Radar geflogen», sagt er selbst. Noch anfangs der Saison 2017/2018, seiner letzten im Juniorenalter, habe er nicht gedacht, dass er in der National League zum Einsatz kommen würde.

Alles änderte sich schliesslich, als er am 24. September 2017 beim Heimspiel gegen Ambrì sein Debüt geben durfte. Erst am Mittag hatte man ihn aus dem Bus geholt, mit dem er eigentlich mit den Elite Junioren an den Auswärtsmatch in Lausanne hätte fahren sollen. An diesen «speziellen» Moment erinnert er sich noch genau. Er sollte seiner Karriere einen grossen Schub verleihen. «Seither läuft es mir besser, plötzlich klappen Dinge, mit denen ich früher Mühe hatte», sagt er. Es scheint fast so, als hätte sich ein Knoten gelöst. Immer wieder kam er nun zu Einsätzen, Ende Saison sollten auf seinem Statistikblatt deren zwölf stehen – zwei Playoff-Partien inklusive. Und noch wichtiger: Seine grosse Hoffnung auf einen Profi-Vertrag hatte sich erfüllt.

In der aktuellen Saison wird Frehner nun mit schöner Regelmässigkeit eingesetzt. Und sollte er einmal den Weg in die Aufstellung nicht finden, muss er nicht zuschauen, sondern beim neuen Partnerteam in der Swiss League, den Biasca Ticino Rockets, Erfahrungen sammeln. Der Vorteil dieser Lösung: Die jungen Spieler können punktuell für Spiele eingesetzt werden und weiterhin in Davos auf National League-Niveau trainieren. Davon profitieren sie, davon profitiert der HCD.

Aktuell sind die Rockets für Yannick Frehner indessen kein Thema. Es scheint, als habe er einen Platz im Team gefunden. In der Krise haben sich beim HCD Chancen für aufstrebende Spieler wie ihn eröffnet. «Ich versuche, die schwierige Situation in der Meisterschaft auszublenden und mich auf mich selbst zu konzentrieren. Ich muss schauen, dass ich so gut als möglich arbeite, so kann ich mir und dem Team am meisten helfen», sagt er. Gleichzeitig will er sich nicht hinter seinem Status als «Junger» verstecken. Alle müssten nun Verantwortung übernehmen, betont er, auch die Jungen. «Sonst könnte ja das halbe Team abtauchen.»

Der Spengler Cup könnte in diesem Zusammenhang gar nicht so unpassend kommen. Frehner sieht für die Mannschaft eine Chance, «noch einmal von Null zu beginnen». Für ihn selbst, der seine Premiere feiern könnte, würde es überdies auch eine emotionale Angelegenheit werden. In seinen jungen Jahren gehörte der Spengler Cup fix in den Jahreskalender, als Kind hatte er sogar einmal am vom Presenting Partner UBS organisierten Anlass «Jugend trainiert mit Spengler Cup-Stars» teilgenommen. «Alle Freunde und Bekannte sind dann hier, es herrscht immer eine ganz besondere Atmosphäre», sagt der Churer. Nach dem NL-Debüt, dem ersten NL-Tor, den ersten Playoffs und dem Rücktritt Arno Del Curtos dürfte er also bald einen weiteren «speziellen» Moment in seiner noch jungen Karriere erleben.