Hockey-Spektakel im Eispalast | Spengler Cup Davos

Hockey-Spektakel im Eispalast

Hockey-Spektakel im Eispalast

News - Hockey-Spektakel im Eispalast

24.12.2021

Die beiden Neulinge Frölunda und Bern Selection treten am 94. Spengler Cup in der Altjahreswoche gleich als Favoriten an. Wie man das Traditionsturnier gewinnt, wissen aus früheren Erfahrungen aber Sparta Prag, KalPa Kuopio, Slovan Bratislava und der HC Davos. Ein Hockey-Spektakel im Eispalast ist deshalb mit diesen sechs Teams garantiert.

Die Coronapandemie hat das Teilnehmerfeld im letzten Moment durchgewirbelt. An Stelle des Rekordsiegers Team Canada und des HC Ambri-Piotta treten kurzfristig Bern Selection und der slowakische Tabellenführer Slovan Bratislava an. Die Berner Auswahl bilden je acht Spieler des SC Bern, des EHC Biel und der SCL Tigers. Im Kader befinden sich nicht weniger als zwölf ausländische Spieler, angeführt von National-League-Topskorer Jesper Olofsson und dem finnischen Weltmeister Harri Pesonen. Ebenfalls dabei ist die zurzeit vertragslose NHL-Legende Bobby Ryan (917 NHL-Partien). Als Captain amtet Beat Forster. Der langjährige HCD- und jetzige Biel-Verteidiger wird bereits seinen elften Spengler Cup bestreiten. Geleitet wird Bern Selection von den drei Klub-Headcoaches Antti Törmänen, Jason O’Leary und Johan Lundskog.

Frölunda prägt Europas Eishockey
Wie die Berner Auswahl tritt mit dem Frölunda HC der Dominator des europäischen Klubeishockeys erstmals am Spengler Cup an. Das Team aus dem schwedischen Göteborg hat vier der letzten fünf Champions-League-Austragungen gewonnen und steht auch in der laufenden Saison bereits wieder im Halbfinal. Frölunda macht kein Geheimnis daraus, dass es sein stolzes internationales Palmarès mit dem Triumph am Spengler Cup ergänzen möchte. Als letzte schwedische Mannschaft gewann Färjestad 1994 das Davoser Traditionsturnier. Frölundas Erfolgsschmied ist Roger Rönnberg. Bereits seit 2013 ist er Headcoach bei Frölunda, das regelmässig Spieler für die NHL produziert. Bei aller Nachwuchsförderung mangelt es in Frölundas Team nicht an gestandenen Spielern und Attraktionen, angeführt vom 39-jährigen Captain Joel Lundqvist, dem Zwillingsbruder der NHL-Torhüterlegende Henrik Lundqvist.

Mit einem starken Team kehrt der zweifache Spengler-Cup-Champion Sparta Prag (1962 und 1963) nach zehn Jahren Abstinenz nach Davos zurück. 2004 hatten die Tschechen den Final gegen den HCD mit 0:2 verloren. Letzte Saison scheiterte das Team des früheren tschechischen Nationaltrainers Josef Jandac in der Landesmeisterschaft als Qualifikationssieger im Playoff-Halbfinal. Nun ist es im Streben nach dem ersten Meistertitel seit 2007 weiter verstärkt worden. Im Kader figurieren sieben Spieler mit NHL-Erfahrung, angeführt von Vladimir Sobotka und Milan Jurcina.

Wiederholt KalPa seine Sensation?
KalPa Kuopio sorgte 2018 für eine der grössten Sensationen in der Geschichte des Spengler Cup. Als erste finnische Mannschaft überhaupt gewann es das älteste Klubturnier in Davos. Als krasser Aussenseiter angetreten, setzte sich KalPa im Final gegen das Team Canada mit 3:2 durch. Die Entscheidung fiel erst im Penaltyschiessen – und dort erst im 15. Versuch. Weil aus Finnland jeweils der beste Klub, der sich nicht für die Champions League qualifiziert, am Spengler Cup antreten darf, konnte KalPa seinen Titel in Davos 2019 nicht verteidigen. Aus dem Siegerteam von 2018 sind nur noch acht Spieler übrig geblieben. Der Bekannteste ist Kim Nousiainen. Der Verteidiger wurde damals als 18-Jähriger (!) ins All-Star-Team des Spengler Cups gewählt. Im letzten Frühling gab er mit 20 sein WM-Debüt bei den Aktiven im finnischen WM-Silberteam.

Slovans Erinnerungen
Slovan Bratislava, wie der HCD in diesem Jahr 100 Jahr alt geworden, ist aktuell Leader in der slowakischen Meisterschaft. Angetrieben wird das Team von starken Ausländern. Auf den ersten sechs Positionen in der internen Skorerliste findet sich nur ein Einheimischer. Zwei Kanadier, zwei Amerikaner und ein Finne geben mit vielen Skorerpunkten den Takt an. Dieses Import-Quintett soll auch in Davos mit begeisterndem Offensiv-Hockey überzeugen. Slovan gewann den Spengler Cup zwischen 1972 und 1974 drei Mal in Folge – damals noch unter tschechoslowakischer Nationalflagge und mit Vaclav Nedomansky als Superstar.

Der HCD möchte seine vielen guten Vorstellungen aus der laufenden Meisterschaft auch am Spengler Cup ausspielen und ein ernsthaftes Wort im Kampf um den Turniersieg mitreden. Die Davoser verstärken sich für den Spengler Cup mit Andrew Rowe von den Rapperswil-Jona Lakers und den Servettien Joosh Jooris und Valtteri Filppula. Der Finne bringt die Erfahrung von 1222 NHL-Partien mit nach Davos und der Kanadier weiss, wie man das Turnier gewinnt. Seit 2019 darf er sich Spengler Cup-Champion nennen, damals als Teil des Team Canada.

Der 94. Spengler Cup wird am 26. Dezember um 15 Uhr mit der Partie Slovan Bratislava – Frölunda eröffnet. Am Abend treffen um 20.15 Uhr Sparta Prag und Bern Selection aufeinander. Tickets sind für alle Spiele online oder an der Tageskasse verfügbar.

Quelle: Hansruedi Camenisch / Davoser Zeitung  Bild: Keystone