28.12.2018 11:50

Bei KalPa Kuopio steht der Star an der Bande

 

KalPa Kuopio ist mit einem jungen Team nach Davos gereist und hat im ersten Spiel begeistert. Der Star der Finnen steht aber nicht auf dem Eis, sondern an der Bande: Sami Kapanen, der Cheftrainer, General Manager und Mehrheitsaktionär des Klubs, für den der Spengler Cup 2018 eine Rückkehr ist.

24 Jahre ist es her, als Sami Kapanen als Spieler den Spengler Cup bestritt. Mit HIFK Helsinki gab es aber nur einen Sieg (gegen den späteren Turniersieger Färjestad) und den letzten Platz. Dennoch denkt er gerne an diese Zeit zurück, schliesslich war damals sein Vater Hannu der Coach des Teams, in dem Sami spielte und Bruder Kimmo im Tor stand. «Das zeigt, wie schnell die Zeit vergeht. Damals war ich noch ein junger Spieler, heute bin ich als Coach hier. Wir haben sehr talentierte Spieler im Team, es ist aufregend, ihnen zu helfen, damit sie eine erfolgreiche Karriere machen können», sagt er.

Kapanen selber hat in seiner Laufbahn viel erreicht, wobei vor allem die Jahre 1994 und 1995 entscheidend waren und auch die Schweiz eine Rolle spielte. Im Frühling 1994 bereitete er sich mit der finnischen Nati in Davos auf die WM in Italien vor («es war wirklich hart, aber die Berge waren faszinierend!»), wo die Finnen im Final gegen Kanada im Penaltyschiessen unterlagen. Ein Jahr später glückte der Triumph dann doch, dank einem 4:1-Finalsieg gegen Gastgeber Schweden, ehe 1998 in der Schweiz und 2001 in Deutschland nochmals zwei Silbermedaillen folgten. «Ich bin wohl der einzige Spieler, der drei WM-Finals auf drei verschiedene Arten verlor. 1994 im Penaltyschiessen, 1998 nach einem Hin- und Rückspiel und 2001 in der Overtime», sagt der Finne lachend.

Die damaligen Erfolge waren schliesslich der Türöffner für eine Karriere in Nordamerika, wo er über 900 NHL-Spiele absolvierte, ehe er 2008 zu KalPa wechselte und da 2014 seine Karriere beendete. In seiner letzten Saison erlebte er den vielleicht emotionalsten Höhepunkt seiner Karriere, als er gemeinsam mit seinem damals 18-jährigen Sohn Kasperi spielte und einen Rekord aufstellte. «Erstmals trafen Vater und Sohn in unserer Liga im selben Spiel, das sind grossartige Erinnerungen», so Kapanen.

Sein Sohn hat den Sprung nach Übersee ebenfalls geschafft und stürmt in der NHL für Toronto. Vater Sami dagegen hat sich der Jugend verschrieben und fördert als Besitzer, General Manager und Cheftrainer bei KalPa Talente. In seinem Team stehen viele Jungstars mit Potenzial, das zeigte sich gestern beim 3:1-Sieg gegen Ocelari Trinec. «Unser Goalie war herausragend, zudem machte unsere erste Linie den Unterschied aus.» Heute wartet aber mit Magnitogorsk ein Schwergewicht auf die jungen, schnellen Finnen. Kapanen sagt: «Wir sind offensiv eingestellt, haben ein junges, aufregendes Team. Wir verfügen aber über zu wenig Erfahrung, um konstant auf hohem Niveau zu spielen. Das ist ein mentales Problem, an dem wir arbeiten. Wir sind auf einem positiven Weg, aber es wird nicht einfach.»