Bereit für den nächsten Höhenflug
8.10.2026, 10:00

Der deutsche Traditionsclub Adler Mannheim kehrt nach elf Jahren nach Davos zurück – als amtierender DEL-Vizemeister, CHL-Teilnehmer und als Mannschaft, die nach mehreren Jahren des Umbruchs wieder ganz vorne angekommen ist.
Die 1938 als Mannheimer ERC gegründeten Adler spielen seit der Gründung der DEL 1994 ununterbrochen in Deutschlands höchster Liga. Mit acht deutschen Meistertiteln gehören sie zu den erfolgreichsten Clubs des Landes. Der bislang letzte Titel liegt allerdings bereits sieben Jahre zurück: 2019 stemmte Mannheim letztmals den Meisterpokal in die Höhe. Ihre prägendste Phase erlebten die Adler Ende der 1990er-Jahre. Zwischen 1997 und 1999 gewannen sie dreimal in Folge die deutsche Meisterschaft.
Mit dem Umzug in die SAP Arena im Jahr 2005 wurde Mannheim endgültig zu einem der ganz grossen Eishockeystandorte Deutschlands und Europas. Bei Heimspielen verfolgen regelmässig mehr als 12'000 Zuschauer die Spiele der Adler. Damit zählt Mannheim zu den zuschauerstärksten Clubs im europäischen Eishockey. Auch sportlich haben sich die Adler längst wieder in der Spitzengruppe etabliert. In den vergangenen sechs Saisons verpassten sie nur einmal den Halbfinal. In der Saison 2025/26 belegte Mannheim in der DEL-Hauptrunde den zweiten Platz, stellte die beste Defensive der Liga und zog in den Playoff-Final ein. Dort allerdings war Endstation: Die Eisbären Berlin setzten sich in fünf Spielen durch und wurden deutscher Meister.
Unmittelbar nach der Finalniederlage wertete Sportmanager und Headcoach Dallas Eakins den Finaleinzug dennoch als Beleg dafür, dass sich seine Mannschaft «jedes Jahr weiterentwickelt» habe. Noch deutlicher formulierte es Geschäftsführer Matthias Binder an der Saisonabschlussveranstaltung am 6. Mai: «Wir haben mit einer überaus homogenen Mannschaft einen tollen Weg eingeschlagen und möchten diesen nun fortsetzen.»
Zu diesem eingeschlagenen Weg gehört, dass die Adler im Sommer ihr Kader gezielt verstärkten. Sechs Abgängen standen sechs Zuzüge gegenüber. Mit Jake Hildebrand verpflichtete Mannheim einen dreifachen deutschen Meister aus Berlin. Patrick Brown bringt die Erfahrung aus NHL und AHL mit, während Jérémie Poirier als offensiv ausgerichteter AHL-Verteidiger für zusätzliche Impulse sorgen soll. Dazu kam der 22-jährige, grossgewachsene Lennard Nieleck, der in der vergangenen Saison noch 14 Playoff-Einsätze für die späteren Meister aus Berlin absolvierte. Aus dem eigenen Nachwuchs rückten zudem Tobias Krämer und Max Calce ins Profikader auf.
Seit dem letzten Meistertitel 2019 warten die Adler auf den nächsten grossen Coup. Doch die Entwicklung der vergangenen Jahre macht Mannheim wieder zu einem ernsthaften Kandidaten für den Titel. Mehrere DEL-Trainer nannten die Adler vor der neuen Saison als möglichen Meisterschaftsanwärter – ein Zeichen dafür, welchen Stellenwert Mannheim inzwischen wieder geniesst. Und auch Eakins selbst sieht keinen Grund, beim Spengler Cup auf die Bremse zu treten. Der Kanadier, der bei den Adlern gleichzeitig als Headcoach und Sportlicher Leiter amtet, glaubt nicht, dass die Teilnahme am Traditionsturnier zu einer zu grossen Belastung für seine Mannschaft führt. Auf die Frage, warum Mannheim neben DEL und Champions Hockey League auch noch die Einladung nach Davos angenommen hat, antwortete er trocken: «Wir sind hier, um Eishockey zu spielen.»
Dass die Adler dabei nicht nur sportlich Präsenz zeigen werden, ist ebenfalls garantiert. Der Club reist mit einer Delegation von rund 190 Personen nach Davos. Und auch auf den Rängen dürfte Mannheim deutlich zu hören sein: Die Reise von Mannheim nach Davos dauert mit dem Auto fünf Stunden – eine Distanz, die für viele Adler-Fans kein Hindernis sein dürfte.
Text: Spengler Cup-Onlineredaktion Foto: Adler Mannheim






