25.12.2018 17:30

Wenn am 26.12. beim ersten Spiel der Puck eingeworfen wird, glänzt das Eis mit anderer Werbung als während der Meisterschaft

 

Wenn am 26.12. beim Spiel von Ocelari Trinec gegen Metallurg Magnitogorks der erste Puck am 92. Spengler Cup eingeworfen wird, glänzt das Eis mit anderer Werbung als während der Meisterschaft. Dies ist der Arbeit der Eismeister Markus Caviezel, Markus «Mäge» Caviezel, Jürg Biäsch und Reto Fümm zu verdanken.

Für die am Spengler Cup teilnehmenden Spieler ist das Turnier ein willkommener Luft- und Tapetenwechsel, für die Eismeister in der Vaillant Arena und weitere involvierte Personen bedeutet der Traditionsanlass einen zusätzlichen Aufwand über die Weihnachtstage, weil der Innen-Look des Stadions auf die Sponsoren angepasst werden muss, die sich am Spengler Cup engagieren.

Am 23. Dezember hatte der HCD sein letztes Heimspiel vor dem Spengler Cup. Unmittelbar nach der letzten Sirene wurden die Bandenwerbung und die Logos auf dem Videowürfel geändert. Doch auch die Werbung auf dem Eis muss angepasst werden – und das ist die Aufgabe der vier Davoser Eismeister, die dabei von der Firma Magrip System unterstützt werden.

An Heiligabend um fünf Uhr morgens legten Magrip-Mitarbeiter die neuen Werbefolien und Linien ein, nachdem die Eismeister vorgängig das Eis gerüstet hatten. «Das Eis muss gleichmässig und eben sein», sagt Markus Caviezel. Früher wurde mit dem «Umbau» meist unmittelbar nach dem letzten Spiel begonnen, seit dem vergangenen Jahr wird eine Nacht zugewartet, damit die Verunreinigungen in der Halle behoben werden können. Denn vor zwei Jahren perlte wegen dieser Schmutzpartikel das Wasser, das von der Eismaschine verteilt worden war, was zu Problemen beim Kleben der Werbung führte.

Über der Spengler Cup-Werbung werden danach im Idealfall 2,5 Zentimeter neues Eis aufgebaut. «Wir fahren dann ständig mit der Maschine, füllen sie immer wieder mit Wasser, auch den Schneetank», erklärt «Mäge» Caviezel, der mit seinem Namensvetter nicht verwandt ist. «Wir haben pro Maschine jeweils knapp 4000 Liter Wasser dabei.» Im Normalfall sind zehn bis zwölf Fahrten nötig, also irgendwo zwischen 45'000 und 50'000 Liter Wasser, um das Spengler Cup-Eis aufzubauen, wobei man rechnet, dass für einen Millimeter Eis eine Stunde nötig ist.

Bei der Umwandlung der Vaillant Arena ist der Zeitplan eng. Die grösste Schwierigkeit? «Am wichtigsten ist, dass wir am Anfang nicht zuviel Wasser auf die Werbung geben, sonst beginnt sie zu schwimmen. Dann haben wir verloren und müssten theoretisch alles wieder neu machen», sagt Markus Caviezel. Einmal hätten sie beim Werbungswechsel einen Bullykreis auswechseln müssen, weil zu früh zuviel Wasser auf der Werbung lag. «Da waren wir eine Stunde am Rotieren. Wir konnten es beheben und haben daraus gelernt», ergänzt «Mäge» Caviezel. Früher habe man beim Eisaufbau meist nur mit dem Schlauch gearbeitet, heutze werde nur bei den ersten zwei, drei Millimetern der Schlauch eingesetzt und stehe danach nur noch die Eismaschine im Einsatz, da so das Eis gleichmässiger wird.

Für die Eismeister werden die Weihnachtstage und die Altjahreswoche so zu einer intensiven Zeit. Immer zwei von ihnen stehen von sieben Uhr morgens bis Mitternacht im Einsatz und haben danach einen Tag frei. So bekommen sie die Möglichkeit, immer mal wieder den Kopf zu lüften. Denn sie erledigen ihre Arbeit mit Leidenschaft und grossem Ehrgeiz. Regelmässig wird an verschiedenen Stellen die Eisdicke gemessen und bei Bedarf angepasst. Gehobelt wird aber auch, damit die Eiswerbung immer schön sichtbar ist. «Da gibt es auch einen Wettbewerb in der National League, wie man die Werbung im Fernsehen sieht», erklärt «Mäge» Caviezel. «Wir belegen da jeweils hinter Bern und Lugano Rang 3. Das ist sehr gut für uns mit nur vier Eismeistern.» Das Preisgeld von 600 Franken werde nach der Saison in ein traditionelles Eismeister-Fest investiert. 

Das ist aber noch weit weg. Nun steht der Spengler Cup mit seinen elf Spielen an und am 31. Dezember unmittelbar nach dem Final erhält die Vaillant Arena wieder ihr Meisterschafts-Gesicht. Das Abhobeln geht aber schneller als der Aufbau, zumal die Davoser Meister ihres Faches sind. «Das geht bei uns schnell, diesen Prozess haben wir optimiert. Ich denke, da sind wir schweiz- oder gar europaweit am schnellsten. Wir verfügen über gute Maschinen, pflegen ein koordiniertes Teamwork und haben ein gutes System», erklärt Markus Caviezel und unterstreicht dies mit einem Beispiel. Nach dem Cup musste kürzlich ein Zentimeter Eis entfernt werden, was innert eineinviertel Stunden erledigt war. «Wir haben gleichzeitig wie die Eismeister in Kloten mit dem Hobeln begonnen und waren fertig, als diese erst auf die Werbung kamen. Das wissen wir, weil an beiden Orten Leute von Magrip dabei waren, die untereinander in Kontakt standen.»

Natürlich sind die Spengler Cup-Tage auch für die Eismeister intensiv, aber von Stress wollen sie nicht reden. «Höchstens im Vorfeld, aber es ist alles eine Frage der Koordination und des Teamworks. Die letzten zwei Jahre waren angenehm, weil nichts Gravierendes kaputt ging und es keine unverhofften Ereignisse gab», sagen sie einhellig und hoffen, dass auch der Spengler Cup 2018 ohne Pannen über die Bühne geht.