Die Kanadier gehören mittlerweile zum Inventar des Spengler Cup. In dieser Altjahreswoche werden sie zum 33. Mal in Folge teilnehmen.

Hockey is Canada’s Game. Dieser Satz bringt es auf den Punkt. Obschon andere Nationen aufgeholt haben, obschon die Kanadier auch in Bestbesetzung von Schweden, Russen, Finnen oder US-Amerikanern geschlagen werden können – die Kanadier sind auch im Jahr 2016 schlicht die Hockeynation des Planeten. Sie stellen gut 50 Prozent aller Spieler in der NHL (die sich grosser Mehrheit aus US-amerikanischen Teams zusammensetzt), sie sind amtierender Weltmeister und Olympiasieger. Ja, sie sind immer noch so gut, dass ihre Söldner in Europa dem HC Davos bald den Status als Rekordsieger des Spengler Cup abluchsen könnten. Aktuell stehen sie, nachdem sie am letzten Silvester Lugano im Final mit 4:3 besiegten, bei 13 Titeln, der HCD bei 15. Und das mit notabene «nur» 32 Teilnahmen. Eine fantastische Quote.

Eine Institution

Nun werden die Kanadier also zum 33. Mal in Folge antreten. Sie gehören unterdessen so sehr zum Spengler Cup, wie die idyllische Winterlandschaft oder die ausgelassene Feststimmung – sie sind eine Institution geworden. Was 1984 mit einem Versuch (und einem Turniersieg) begann, hat sich zu einer veritablen Tradition entwickelt, die das Wesen des Turniers auf und neben dem Eis prägt. Sportlich ist die Mannschaft ein verlässlicher Wert, sie bietet Tempo, Härte und Spektakel und ist immer für einen Turniersieg gut. Das Team Canada hat bereits für unzählige hockeytechnische Höhepunkte gesorgt, denken wir nur an das NHL-Lockout-Team von 2012, als eine Ansammlung von Weltstars (u.a. Tyler Seguin, John Tavares oder Patrice Bergeron) das Publikum in Ekstase brachte. Neben dem Eis haben die Kanadier derweilen mitgeholfen, den Spengler Cup in eine neue Dimension zu heben. Zum einen natürlich mit ihren sportlichen Leistungen und ihrer Beliebtheit bei den Fans und Sponsoren, zum anderen auch mit ihrer schieren Anwesenheit, die dem Turnier seit 2002 eine Live-Präsenz im kanadischen TV-Markt ermöglicht.

Mit jeder Mannschaft ein Titelgarant

Interessanterweise kommt es dabei gar nicht so sehr darauf an, welche Spieler letztlich zugegen sein werden. Wer in Davos unter welchem Trainer auflaufen darf, wird – wie immer – bis kurz vor Turnierbeginn nicht klar sein. Weil das Erfolgsrezept der Kanadier nicht auf einem eingespielten Team, sondern auf der kanadischen Hockeyphilosophie beruht, brauchen die Akteure kaum Eingewöhnungszeit. Im Mutterland des Eishockeys lernt jedes Kind von klein auf, wie man kanadisch spielt. Und so muss der Coach nicht experimentieren oder tagelang über der Taktik brüten: Er kann sich einfach darauf verlassen, dass seine Spieler wissen, wie sie zu spielen haben. Gleichzeitig sorgen die ausgelassene Atmosphäre und die «Märchen-Weihnachten» mit allen Familienmitgliedern dafür, dass der Wohlfühl- und Spassfaktor stets gross ist. Das wiederum spornt die kanadischen Spieler an, die am Spengler Cup nicht nur zur Ehre kommen, das Ahornblatt auf der Brust zu tragen, sondern dabei auch die für sie rare Gelegenheit erhalten, sich der heimischen Hockeynation am Fernsehen zeigen können.

Text: SLAPSHOT/Matthias Müller