100-jähriges Pardubice will am Spengler Cup Geschichte schreiben | Spengler Cup Davos

100-jähriges Pardubice will am Spengler Cup Geschichte schreiben

Article - 100-jähriges Pardubice will am Spengler Cup Geschichte schreiben

19.12.2023

1923 gründete Vilém Weiss im tschechischen Pardubice einen Eishockeyclub, aus dem später der HC Dynamo Pardubice hervorging. Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums bemühte sich der Club intensiv um die Spengler Cup-Teilnahme. Er will in Davos aber nicht nur seinen runden Geburtstag feiern, sondern mit starken Auftritten und Erfolgen auch auf dem Eis überzeugen. Ein weiteres Ziel der Clubführung ist die tschechische Meisterschaft. Kontinuierlich hat sie in den letzten Jahren den Kader verstärkt und für die laufende Saison Václav Varad'a als Headcoach verpflichtet. Der weiss, wie man Meister werden kann.

Zwischen 2018 und 2022 führte er den HC Ocelárˇi Trˇinec drei Mal zum tschechischen Meistertitel. 2020 war die Meisterschaft wegen der Corona-Pandemie vorzeitig abgebrochen worden. Bei allen drei Titelgewinnen wurde Varad'a zudem in der Extraliga zum Coach des Jahres erkoren.
In der Saison 2006/07 hatte Varad'a als Spieler auch mit dem Hockey Club Davos gefeiert und den Spengler Cup sowie die Schweizer Meisterschaft gewon- nen. «Ich erinnere mich gerne an die Zeit in Davos, auch wenn die Saison für meine Familie hart war, da sie nicht bei mir weilte», sagt Varad'a. Hart war es jedoch auch für den tschechischen Stürmer selbst, da er wegen eines Kreuzbandrisses das Saisonende nicht auf dem Eis erleben konnte. Dennoch betont er, die Zeit in Davos sei für ihn eine grossartige Erfahrung gewesen; der Hockey Club Davos gehöre schliesslich zu den besten Mannschaften in Europa. Varad'a war nach zwölf Jahren in Nordamerika zu den Schweizern gestossen. In der NHL hatte er 580 Partien für die Buffalo Sabres und die Ottawa Senators bestritten.

Das Erfolgsrezept von Václav Varad'a
Die letzten vier Jahre als Aktiver verbrachte Varad'a in seiner Heimat bei Ocelárˇi Trˇinec, wobei er in seiner letzten Saison (2013/14) bereits als Spielertrainer agierte. Anschliessend wechselte er fix in den Trainerstaff von Trˇinec, wo er seinerfolgreiche Laufbahn als Coach begann. «Ich liebe das Eishockey noch immer. Als Trainer habe ich eine sehr ähnliche Einstellung wie früher als Spieler», bemerkt Varad'a. Sein Rezept als dreifacher Meistermacher klingt simpel: «Man kann erfolgreich sein, wenn man hart arbeitet, geduldig ist und das Spiel liebt. Ich vertraue auf die Teamchemie, die ausgezeichnete körperliche Verfassung der Spieler und die Taktik im Spiel. Zudem muss man über gute Umstände und gesunde Spieler verfügen können, deren Leistungen nicht durch Ablenkungen im Umfeld beeinträchtigt werden.»
Varad'as umfangreicher Leistungsausweis veranlasste den HC Dynamo Pardubice, ihn für diese Saison als Headcoach zu verpflichten. Er weiss um die hohen Erwartungen der Clubführung, lässt sich dadurch aber nicht nervös machen. «Wir haben viele Spieler mit ausgezeichneten Skills in unserem Team, die in den besten Ligen in Europa und in Nordamerika gespielt haben», beschreibt Varad'a seine Mannschaft. In der Tat: Sechs Spieler weisen NHL- Erfahrung auf, 14 trugen an Weltmeisterschaften das tschechische Nationaltrikot, und neun waren schon an Olympischen Spielen dabei. Bezüglich der Trümpfe seiner Truppe stellt Varad'a fest: «Wir sind läuferisch stark, können also aufs Tempo drücken, und treten auf der ganzen Eisfläche aggressiv auf.»

«Wir wollen tolle Spiele zeigen»
Den Spengler Cup kennt Varad'a aus eigener Erfahrung. 1996 trat er mit dem AHL-Team der Rochester Americans in Davos an, 2006 gewann er mit dem Hockey Club Davos das Traditionsturnier. «Beide Male machte der Spengler Cup meine Saison zu etwas Besonderem», sagt der Tscheche rückblickend. Als Headcoach von Ocelárˇi Trˇinec verpasste Varad'a 2019 das Turnier, weil er gleichzeitig mit Tschechiens Junioren an der U20-Weltmeisterschaft weilte. Umso mehr freut sich der 47-Jährige auf die kommenden Auftritte im Davoser Eisstadion mit Dynamo Pardubice: «Der nächste Spengler Cup wird eine neue Herausforderung für mich sein und mir in meiner Trainerkarriere weiterhelfen.» Varad'a hat klare Vorstellungen: «Wir wollen gegen starke Gegner tolle Spiele zeigen, und natürlich wollen wir gewinnen. Sollten wir das Finale erreichen, wäre das ein grossartiger Erfolg. Das würde uns für den Rest der Qualifikation und die Playoffs in der tschechischen Extraliga einen Schub verleihen.» Ganz Pardubice – die Stadt mit ihren 90 000 Einwohnern liegt gut 100 Kilometer östlich von Prag an der Elbe – hofft, im nächsten Frühling die Meisterschaft feiern zu können.
Pardubice tritt zum dritten Mal am Spengler Cup an. Bei der Premiere 1987 hütete der spätere NHL-Superstar- Goalie Dominik Hašek das Tor. Von der Mannschaft des Jahres 2007 befindet sich nur noch Tomáš Zohorna im aktuellen Pardubice-Kader.

Quelle: Spengler Cup-Jahrbuch 2023   Foto: HC Pardubice