13.11.2017 08:05

Im Jahr 2000 hat Patrick Fischer den Spengler Cup als Captain mit dem HC Davos gewonnen und mitgeholfen, eine neue Ära einzuleiten. Nun will er das Kunststück als Trainer der Schweizer Nationalmannschaft wiederholen.

 

Im Jahr 2000 hat Patrick Fischer den Spengler Cup als Captain mit dem HC Davos gewonnen und mitgeholfen, eine neue Ära einzuleiten. Nun will er das Kunststück als Trainer der Schweizer Nationalmannschaft wiederholen.

Patrick Fischer mag ein Zuger sein. Bei den Zentralschweizern hat er seine Jugend verbracht, seine Karriere gestartet und sie auch beendet. Doch in den Annalen des HC Davos wird der 42-Jährige auf ewig einen ganz wichtigen Platz haben. 1999 war er zum Klub gestossen, ein Jahr später übernahm er das Captain-Amt. Der HCD war damals noch kein Titan, sondern «nur» eine junge Mannschaft mit einem jungen Trainer. Die Entwicklungskurve zeigte steil nach oben, am Horizont zeichneten sich die Konturen eines Erfolgsteams ab, der Appetit war gross. Man stelle sich vor: Der letzte Meistertitel lag zu diesem Zeitpunkt 15 Jahre zurück, der letzte Spengler Cup-Triumph gar epische 42. Am 31. Dezember 2000 schliesslich brach der Bann, Patrick Fischer durfte nach dem 4:2-Sieg gegen das Team Canada die Spengler Cup-Trophäe in die Höhe stemmen. Der erste Titel in der Ära von Kulttrainer Arno Del Curto. «Ein wunderbares Gefühl», erinnert sich Fischer. «Das Ende des Millennium-Jahres, die fantastische Atmosphäre und unser erster Titel. Das werde ich nie mehr vergessen. Es war für uns auch als Gruppe sehr wichtig.» Tatsächlich, der Titel war ein Vorbote: 2002 gewann der HCD mit Captain Patrick Fischer auch den ersten Meistertitel von mittlerweile sechs Titeln der Neuzeit.

Wie damals wird Patrick Fischer ein Teil der Geschichte werden

17 Jahre später kehrt Fischer nun in einer neuen Rolle an den Spengler Cup zurück: als Trainer der Schweizer Nationalmannschaft. Und wie damals, das ist jetzt schon klar, wird er Teil der Geschichte werden. Denn die «Nati» wird das Turnier als letzte Vorbereitung für die Olympischen Spiele von Pyeongchang nutzen – eine bis vor kurzem noch kaum vorstellbare Konstellation. So feierlich die Ambiance rund um die Hockey-Festspiele auch sein mag, für Fischer, seinen Staff und die Spieler wird es um alles gehen. Selektion, taktischer Feinschliff, Teambuilding – nichts darf und wird in der Altjahreswoche zu kurz kommen. «Für mich als Coach könnte es keine besseren Bedingungen geben: Wir haben Gegner aus verschiedenen Hockeykulturen und mit verschiedenen Spielstilen, einen sehr kompetitiven Wettbewerb und ein Turnierformat, das dem Olympischen gleicht. Ich kann die Spieler auf dem höchstmöglichen Niveau testen, Linienzusammenstellung variieren, am Über- und Unterzahlspiel feilen und schauen, wer auch in den entscheidenden Momenten Verantwortung übernehmen kann.» Und nicht zuletzt, das weiss Patrick Fischer natürlich, könnte das Team im Falle eines Triumphs mit gestärktem Rücken nach Südkorea reisen, um dort auf Medaillenjagd zu gehen. 2017 wie 2000?

Es ist fürwahr eine einzigartige Konstellation. Auch für Patrick Fischer ganz persönlich. Obschon er den HCD 2003 verliess, um seine Karriere in Zug und später auch noch bei Arizona in der NHL fortzusetzen, ist er dem Spengler Cup immer verbunden geblieben und hat ihm, wenn es ihm möglich war, auch Besuche abgestattet. Als Lugano-Trainer hatte er sich im Hintergrund mit seinen guten Beziehungen ins Landwassertal für eine Teilnahme der Südtessiner stark gemacht, doch als das Unterfangen 2015 schliesslich realisiert werden konnte, wurde er noch vor dem Turnier entlassen. Nun, im zweiten Anlauf, hat es endlich geklappt. «Eine geniale Sache», freut sich Fischer und denkt dabei auch an die Attraktivität des Nationalmannschaftsprogramm. «Die Nati hatte in der Vergangenheit nicht selten mit Absagen zu kämpfen. Mit dem Spengler Cup können wir den Spielern etwas wirklich Spezielles bieten. Vorderhand sind wir einmal in diesem Jahr dabei. Aber wer weiss denn schon, was die Zukunft bringen wird?»