28.12.2017 14:17

Nachhaltigkeit bekommt eine immer grössere Bedeutung. Auch der Spengler Cup geht mit der Zeit und demonstriert dies mit Massnahmen und einer Ausstellung im modularen, mobilen Holzbau «Quadrin» an der Nordseite der Vaillant Arena.

 

«Zukunftstauglich» und «enkeltauglich» sind Schlagwörter, die auf dem Quadrin prangen. Dies zeigt, dass am Traditionsanlass Spengler Cup Geschichte und Aktualität zwar im Zentrum stehen, aber auch an die Zukunft gedacht wird. Die Idee mit diesem «Quadrin Uffer» sei schon seit längerer Zeit präsent gewesen, mit dem Endziel, dereinst die zwei grossen Zelte – den VIP-Bereich EisDome und das Fanzelt – zu ersetzen, erklärt Olaf Holstein, der Verantwortliche Nachhaltigkeit am Spengler Cup. Gemeinsam mit Enrico Uffer, der erfolgreich diese Quadrins herstellt, wurde die Idee weiterentwickelt. Im Sommer 2017 folgte der Entscheid, in einem solchen Holzgebäude eine Ausstellung zu präsentieren. Doch es wurde mehr – innert weniger Wochen wurde ein «Show Case» realisiert; das ganze Gebäude ist auf Energieeffizienz, Energiemonitoring und Energiegewinnung aufgebaut. «Das Gebäude wird mit Holzpellet-Öfen geheizt, die Aussenhülle ist viel effizienter als der erste Prototyp, wir haben Photovoltaik sowie eine Methanol-Brennstoffzelle integriert, was eine Selbstversorgung ermöglicht», sagt Olaf Holstein.

Im Quadrin werden Vergangenheit und Zukunft kombiniert. Die Vergangenheit mit historischen Eishockey- und Spengler Cup-Utensilien der Familiensammlung Heierling, beispielsweise einer ledernen Spengler Cup-Medaille aus dem Jahr 1950. Die Gegenwart und Zukunft mit dem Spengler Cup-Pokal und Projekten und Präsentationen verschiedener Firmen aus dem Verein Next Generations, in dem Firmen, die nachhaltige Projekte realisieren miteinander verbunden sind. Ein Highlight für die Hockeyfans sind sicher die aus alten Hockeystöcken hergestellten LED-Leuchten, die auch gekauft werden können. Frei nach dem Motto: aus Alt wird Neu. «Zudem werden wir von den Young Professionals vom Post-Konzern durch Mediamatiker und Informatiker in der medialen Verbreitung unterstützt», erklärt Olaf Holstein.

Am Spengler Cup wird aber auch direkt nachhaltig gearbeitet. Operativ unterstützt wird Holstein, der sonst in Bern tätig ist, durch den früheren HCD-Geschäftsführer Peter Baetschi, der auch durch sein politisches Engagement als Landrat in Davos stark verwurzelt ist. Es würden schon mehrere Massnahmen umgesetzt, sagen Holstein und Baetschi, deren Arbeit am Beispiel der Fan-Klatschen aus Karton gut sichtbar wird. Rund 50'000 dieser Klatschen werden in diesen Tagen verteilt. Nach dem Gebrauch wird versucht, sie einzusammeln, die Gemeinde verkauft diesen «Alt-Karton» an die Abfallbörse und der Erlös fliesst in die HCD-Nachwuchskasse. Eine andere Massnahme ist, dass versucht wurde, in den Garderoben auf die Pet-Flaschen zu verzichten, dass die Teams das Wasser ab dem Wasserhahn nehmen und in die Bidons füllen. Vier der sechs Teams machen mit.

Viele weitere Massnahmen sind geplant oder existieren als Ideen, so zum Beispiel der Einsatz von Mehrwegbechern. «Aber das macht nur Sinn, wenn wir sie in Davos reinigen können und nicht mit Sattelschleppern ins Unterland fahren müssen», sagt Peter Baetschi. Eine Möglichkeit wäre der Kauf einer Waschanlage für die Destination Davos Klosters, die aber rund 200'000 Franken kostet und einen unternehmerischen Entscheid bedingen würde. «Aber mit so kurzen Transportwegen wäre der Einsatz von Mehrwegbechern sinnvoll», ist Olaf Holstein überzeugt.

Der erste und wohl wichtigste Schritt in eine nachhaltige Zukunft wurde gemacht, indem die Bedeutung dieser Thematik erkannt und dieses «enkeltaugliche» Arbeiten in Angriff genommen wurde. Olaf Holstein und Peter Baetschi sind überzeugt: «Es geht darum, das Bewusstsein bei allen Menschen rund um den Spengler Cup zu schärfen, so dass dieses Denken danach auch im Alltag präsent ist. Wir gehen da nun Schritt für Schritt weiter.»