14.12.2017 08:59

Magnus Nygren will am Spengler Cup und an der Olympiade ein Wörtchen mitreden

 

HCD-Verteidiger Magnus Nygren kennt den Spengler Cup bereits seit seiner Kindheit in Schweden. Umso mehr freut sich der 27-Jährige jetzt auf seine erste eigene Teilnahme.

Die Schweden und der Spengler Cup – das ist nicht unbedingt eine Erfolgsgeschichte. Nur zwei Mal konnte eine Mannschaft aus dem Land des amtierenden Weltmeisters den Spengler Cup gewinnen. Ob Magnus Nygren weiss, wer das war? Der schwedische Verteidiger in Diensten des HCD lächelt: «Das war in diesem Fall zwei Mal Färjestad BK. Ich glaube, 1993 und 1994. Mit der grossen Generation um Hakan Loob, Tommy Samuelsson und wie sie alle hiessen.» Es braucht ganz offensichtlich mehr um ihn, der sich selbst als extrem hockeyinteressiert, ja sogar als «Hockey-Nerd» bezeichnet, herausfordern zu können. Zumal Karlstadt schliesslich auch noch seine Heimat und Färjestad sein Stammklub ist, mit dem er 2011 schwedischer Meister geworden war und den er zwischen 2015 und 2017 gar als Captain anführte.

Tatsächlich war der 27-jährige damals erst ein paar Jahre alt, sein Fokus lag wohl eher darauf, bei den ersten Schritten auf dem Eis nicht umzufallen, als von Davos zu träumen. Vom Spengler Cup und den erfolgreichen Auftritten Färjestads BK erfuhr er indessen schnell, als sich sein Interesse am Sport immer mehr intensivierte. Nygren schaute sich in der Jugend am TV und am Computer Hockeyspiele aus aller Welt an, mitunter auch mal eines aus der Altjahreswoche in Davos. Vom Charme, der tollen Stimmung, den ausverkauften Rängen und dem «ganzen Drumherum» habe er immer gehört, nun könne er das Turnier endlich einmal selbst erleben. «Jetzt bin ich an der Reihe», bekräftigt er, um gleich nachzuschieben: «Um zu gewinnen, natürlich.»

Dieses Unterfangen, das weiss der NHL-Viertrundendraft von 2011, wird freilich alles andere als ein Spaziergang werden. Als Spieler, der nicht nur bereits in Schweden und in der AHL aufgelaufen ist, sondern mit Schweden auch schon an zwei Welt-meisterschaften teilgenommen hat, kann er die Verhältnisse einschätzen. «HPK ist ein Traditionsklub, eine gute Mannschaft, die Energie hat», weiss er etwa. Und: «Riga mag derzeit am Tabellenende spielen, aber ein KHL-Team ist ein KHL-Team. Und sie verlieren oft nur knapp.» Die Schweizer Nationalmannschaft, vor allem aber das Team Canada sieht er als Favoriten, Mountfield HK dagegen als Blackbox. «Über die Tschechen weiss ich ehrlich gesagt noch zu wenig», gibt er zu, «da werde ich meinen Mitspieler Robert Kousal noch fragen müssen.»

Optimistisch stimmt ihn derweilen das Potenzial, dass er in seinem eigenen Team sieht. «Wir haben unsere Möglichkeiten noch längst nicht ausgeschöpft», meint Nygren. Der HCD habe in dieser Saison bislang einige Male schon «sehr, sehr gute Leistungen» gezeigt, aber eben auch noch «zu oft sehr schlechte Darbietungen». Seine Konklusion macht Sinn: «Die Hochs sind zuweilen sehr hoch, das ist schön. Doch wir müssen unbedingt unsere Tiefs heben. Wenn wir das schaffen, dann sind wir ein echtes Spitzenteam.» Und was für die Mannschaft gilt, das gelte selbstverständlich auch für ihn selbst: «Ich kann es noch viel, viel besser.»

Magnus Nygren mag erst eine halbe Saison in der National League spielen, das Feuer hat er offenbar bereits gefangen. «Das Schweizer Hockey hat eigentlich alles, es gibt viele attraktive und vor allem schnelle Partien, in den es Auf und Ab geht. Das gefällt mir», erklärt er, um augenzwinkernd nachzuschieben, dass er besonders den HCD-Stil mit seinem energiegeladenen Laufhockey möge. In Schweden sei das Spiel eher ein wenig taktischer und systemorientierter. Typische Qualitäten, auf die Tre Kronor natürlich bei Olympia im Februar in Pyeongchang bauen wird. Mit Magnus Nygren in der Verteidigung? «Ich weiss es noch nicht, hoffe es aber logischerweise sehr. Eine Goldmedaille wäre ein absolutes Karrierehighlight.» Eine Goldmedaille? «Ja klar, das wird ein offenes Turnier. Und wir sind Schweden.»