12.12.2017 09:50

Die Formanalyse der Teilnehmer genau zwei Wochen vor dem ersten Faceoff 

 

Am 91. Spengler Cup fordern fünf europäische Teams den Titelverteidiger Canada heraus. Knapp zwei Wochen vor Turnierbeginn machen wir die Analyse, in welcher Form die teilnehmenden Teams sind.

Der Cup-Neuling HPK konnte bis jetzt seine starke letztjährige Saisonleistung in der finnischen Liiga noch nicht bestätigen. Das Team liegt zurzeit auf dem 12. Tabellenplatz und musste zuletzt drei Niederlagen in Serie hinnehmen. Mit 12 Punkten Rückstand auf den letzten Playoff-Platz sind aber noch nicht alle Hoffnungen geknickt. Vielleicht kann gerade der Auftritt am Spengler Cup helfen, Selbstvertrauen und Moral zu tanken.

In der russischen KHL sind bereits 40 Runden gespielt. Dinamo Riga leidet immer noch unter seinem schlechten Saisonstart und liegt seit Beginn der Saison auf dem letzten Tabellenplatz, inzwischen ohne Chance auf einen Playoff-Platz. Doch die einzelnen Spiel-Resultate werden besser und besser. In der letzten Woche gab es zwei Siege gegen Minsk und Bratislava und gegen das grosse CSKA Moskau verloren die Letten nur knapp mit 0:1. Riga wird die Chance packen wollen, die Saison mit einem Spengler Cup-Triumph zu retten.

Ganz anders sieht die Saison für Mountfield aus. Nach 32 Runden in der tschechischen Extraliga liegt Mountfield HK weiterhin auf dem 2. Tabellenplatz, nur 3 Punkte hinter Leader Pilsen dass man am letzten Sonntag mit 6:0(!) geschlagen hat. Die direkte Playoff-Qualifiaktion ist mit 20 Punkten Vorsprung auf den 7. Platz praktisch schon gesichert. Mountfield wird also mit viel Selbstvertrauen und ebenso vielen Ambitionen nach Davos reisen.

Das Team Canada ist natürlich immer einer der Turnierfavoriten, egal wo sie antreten. Doch diesen auch selbst auferlegten Anspruch konnten sie am hochdotierten Karjala Cup im November nicht erbringen. Mit Niederlagen gegen Russland und Schweden und einem knappen 3:2-Erfolg gegen die Schweiz lagen die Resultate sicher unter den Ansprüchen der erfolgsverwöhnten Nordamerikaner. Wir dürfen gespannt sein, wie heftig die Reaktion des Team Canada am Spengler Cup ausfallen wird. Wer allerdings trotzdem auf einen Finaleinzug der Ahornblätter wettet, lehnt sich sicher nicht zu weit aus dem Fenster.

Bei der Schweizer Nationalmannschaft ist die Vorfreude auf das Traditionsturnier bekanntlich sehr gross. Und Swiss Ice Hockey will auch noch vor dem Spengler Cup seine Zukunft absichern. Gemäss Medienberichten steht Patrick Fischer kurz davor, den Vertrag als Nationalcoach um zwei Jahre zu verlängern. Dass Swiss Ice Hockey an Fischer festhält, kommt nicht überraschend. Fischer hatte das Nationalteam vor ziemlich genau zwei Jahren übernommen. Nach einem verhaltenen Start an der ersten Weltmeisterschaft erreichten die Schweizer unter ihm in diesem Frühling in Paris die Viertelfinals. Nun soll mit einem starken Auftritt am Spengler Cup, vor einem medial grossen Schweizer Publikum, die Grundlage für einen Topplatz an den Olympischen Spielen geschaffen werden.

Der Gastgeber Davos liegt in der National League seit dem letzten Wochenende auf dem guten 3. Tabellenplatz. Mit Siegen gegen Fribourg und Biel realisierten die Bündner ihr zweites 6-Punkte-Wochenende in dieser Saison. Doch der überraschend gute Tabellenplatz ist trügerisch. Die nur 10 Punkte Vorsprung auf den ersten Playout-Platz (Platz 9) sind kein grosses Polster und zeigen, wie eng es in der Schweizer Topliga ist. „In dieser Liga kann jeder jeden schlagen, es gibt keine schwachen Gegner“, musste zuletzt auch HCD-Captain Andres Ambühl unumwunden zugeben.