31.12.2016 10:58

Heute geht der 90. Spengler Cup zu Ende. Nach dem Final ist der Blick bereits in die Zukunft gerichtet, zum Turnier 2017, an dem auch die Schweizer Nationalmannschaft teilnehmen wird. Florian Kohler, CEO von Swiss Ice Hockey, erklärt im Interview, was er erwartet und sich erhofft.

 

Florian Kohler, 2017 nimmt die Schweizer Nationalmannschaft am Spengler Cup teil. Wie ist es dazu gekommen?

Es war der Wunsch unserer Abteilung Nationalmannschaft, von Nationaltrainer Patrick Fischer und Direktor Raeto Raffainer. Quasi im Hinblick und als Vorbereitung für die Olympischen Spiele 2018. Wir haben dieses Szenario intensiv geprüft und kamen zum Schluss, dass eine Spengler Cup-Teilnahme der Nationalmannschaft für uns einen Mehrwert bietet. Dann haben wir diese Option mit dem HCD diskutiert und stiessen auch dort auf Interesse. Nun sind wir in der Detailplanung – es fehlen nur noch kleinere Formalitäten. Die Teilnahme der Nationalmannschaft am Spengler Cup ist vorläufig für ein Jahr geplant. Ich schaue diesem Projekt sehr positiv entgegen und es wäre schön, wenn es keine einmalige Sache bliebe.

Der Dezember-Termin der Nati würde so wegfallen.

Der offizielle IIHF-Termin, ja. Unser Heimturnier der Nationalmannschaft, das traditionell im Dezember stattgefunden hat, wird in der Konsequenz neu im November stattfinden.

Wie haben die Klubs reagiert? Es sind ja nicht alle nur positiv dem Spengler Cup gegenüber eingestellt.

Die Idee wurde gut aufgenommen. Die Zeiten, in denen sich Klubs gegen den Spengler Cup aussprechen, ist passé. Es wissen heute alle, dass der Spengler Cup für das Schweizer Eishockey wichtig ist. Der zweite positive Effekt – und da helfen wir alle einander – ist, dass wir in Davos für die Nationalmannschaft eine attraktive Plattform mit grosser Aufmerksamkeit bekommen und wir auf der anderen Seite den IIHF-Break im Dezember frei geben und die Klubs so durchspielen können. Es ist eine klassische Win-win-Situation.

Wie haben es die Spieler aufgenommen?

Ich war nicht dabei, als man sie informiert hat (lacht). Aber wie ich gehört habe, waren die Rückmeldungen sehr positiv. Dieses Turnier hat Tradition und einen speziellen Groove. Das gefällt den Spielern. Das zeigt sich auch bei den positiven Reaktionen aus dem diesjährigen Schweizer Gastteam, dem HC Lugano.

Dürfen die Spieler ihre Familien mitnehmen?

Das ist ein Detail, das wir noch anschauen müssen.

Letztmals hat die Schweiz 1979 am Spengler Cup teilgenommen und das Turnier mit vier Spielen, null Punkten und einem Torverhältnis von 11:30 beendet. Eine Horror-Vision...

Ja, das wäre definitiv nicht das, was wir uns wünschen. Aber ich bin überzeugt, dass dies nicht passieren wird. Das Spengler Cup-OK erwartet von uns – zu recht – dass wir mit der bestmöglichen Mannschaft antreten, also quasi mit dem Olympia-Team, einfach ohne NHL-Spieler.

Wie haben Sie den Spengler Cup 2016 gesehen?

Ich habe natürlich Freude, dass es mit dem HCD und Lugano gleich beide Schweizer Klubs in den Halbfinal geschafft haben. Das ist ein starkes Zeichen für unsere National League und für die Organisatoren optimal.