30.12.2017 10:02

Der Spengler Cup ist für viele Fans daheim seit Jahren ein Highlight, die SRG liefert packende Bilder in die Schweizer Stuben, aber auch in die Welt hinaus. OK-Präsident Marc Gianola und Roland Mägerle, Leiter Sport SRF und Leiter Business Unit Sport SRG, erklären die lange und gute Partnerschaft.

 

Eine herrliche Winterlandschaft, ein begeisterndes Turnier, beste Werbung für die Schweiz, Eishockey und auch für die SRG, wenn man die Übertragungen anschaut...

Marc Gianola: Absolut, unser Turnier wird in 47 Länder distribuiert, es ist ein internationaler Event, der an Wichtigkeit gewonnen hat. Sogar in China werden die schönen Bilder aus der Vaillant Arena und von unserem Turnier gezeigt. Das alles produziert die SRG, und diese Übertragungen in dieser Qualität sind für uns enorm wichtig. Wir sind stolz auf die Zusammenarbeit mit der SRG, es ist ja auch schon eine lange Geschichte...

Roland Mägerle: Begonnen hat es 1960 und wir durften den Spengler Cup seither mitentwickeln. Faszinierend am Spengler Cup ist, dass es mehr ist als «nur» Eishockey – ein grosses Spektakel, Show, beste Unterhaltung. Und wir hatten auch immer die Gelegenheit, etwas auszuprobieren. Beispielsweise mit der Tonübertragung oder der Helmkamera bei den Schiedsrichtern. Es ist also auch ein wertvolles Experimentierfeld. Die Zusammenarbeit mit dem OK ist sehr gut und eröffnet viele Möglichkeiten. Wir haben hier die Gelegenheit, unsere Stärken auszuspielen. Da geht es um die Qualität, aber auch die Verbreitung in der ganzen Schweiz und im Ausland sowie die Verlässlichkeit als Partner, was uns sehr wichtig ist. Wir sind sehr glücklich, dass der Vertrag um weitere fünf Jahre verlängert wurde.

Es geht nicht nur um den Sport, es ist auch weltweite Werbung für die Tourismus-Destination Schweiz.

Mägerle: Das ist korrekt. Und das gilt nicht nur für den Spengler Cup, sondern auch für die Übertragungen von der Ski-WM in St. Moritz, den Lauberhornrennen, dem Weltcup in Adelboden, der Tour de Ski oder der Tour de Suisse. Es gehört zu unserem Auftrag, diese Bilder in die Welt hinauszutragen. Die vielen guten Events und Veranstalter sind unglaublich wertvoll für unser Land – und zwar über Jahrzehnte hinweg. Zudem ist dies der Motor für die Jugend und den Nachwuchssport, was es uns ermöglicht, mit vielen Athletinnen und Athleten weltweit an der Spitze mitzukämpfen.

Im März wird über die «No Billag»-Initiative abgestimmt Was würde eine Annahme für den Spengler Cup und den Schweizer Sport generell bedeuten?

Gianola: Die Finanzierung dieser Produktion erfolgt zu rund 75 Prozent aus Billag-Geldern. Wenn man den Spengler Cup mit einem Viertel dieses Geldes produzieren müsste, dann müsste man sich die Frage stellen: Geht das überhaupt noch? Es wäre für den Spengler Cup sehr schlecht, wir müssten uns neu orientieren. Aber ich gehe davon aus, dass die Leute diese Thematik genügend objektiv anschauen und erkennen, dass es die Billag braucht. In einer Randregion wie bei uns würde betreffend Medienvielfalt bei einem Ja ganz, ganz viel wegfallen.

Es ist auch ein Kreislauf. Durch die mediale Verbreitung eines Events wird man auch für Sponsoren und deren Gelder interessanter, oder?

Gianola: Es ist für uns ein qualitativ hochstehendes Paket, das wir den Partnern so anbieten können. Ohne Billag müssten wir schauen, wie die Zukunft aussieht. Ich hoffe aber, dass es nicht so weit kommt.

Mägerle: Die Initiative würde das Ende der SRG in der heutigen Form bedeuten. Bei einer Annahme der Initiative wären sowohl die Produktion als auch die Übertragung nicht mehr in der gleichen Art und Weise möglich.

Ist der Spengler Cup für die SRG mehr als ein reiner Produktionsauftrag?

Mägerle: Auf jeden Fall! Wir haben einen Vertrag mit dem Spengler Cup, als SRG mit allen Unternehmenseinheiten einerseits das Weltsignal herzustellen, aber auch die sprachregionalen Programme von SRF, RTS und RSI zu machen.

Haben Sie Zeit, Marc Gianola, um den Spengler Cup am Fernsehen zu schauen?

Gianola: Das hole ich nach dem Turnier nach. Aber wir sehen die tollen Bilder auf dem Videowürfel, und es ist eine sehr hohe Qualität, um die wir beneidet werden. Wir bekommen Feedbacks aus Kanada, dass nicht einmal NHL-Spiele so produziert werden. Es ist beste Werbung für den Sport, unser Produkt Spengler Cup und für die SRG.

SRG ist im weltweiten Sport eine Premiummarke...

Mägerle: Wir durften viele Erfahrungen sammeln und grosses Knowhow aufbauen, sei das mit dem Eishockey, aber auch mit anderen Events, die wir produzieren. So bekommen wir auch immer wieder internationale Aufträge wie die Produktion der alpinen Ski-Wettkämpfe an vergangenen Olympischen Spielen oder jetzt wieder in Südkorea, wo wir das Weltsignal herstellen. Da können wir Geld verdienen, den Gebührenzahler entlasten und das Produkt noch besser machen. Davon profitieren dann auch wieder die Zuschauerinnen und Zuschauer in der Schweiz.

Ist es also eine Win-win-Situation?

Gianola: Absolut!