01.11.2017 15:47

Lettland, Finnland und die Schweiz – in der Gruppe Torriani treffen drei verschiedene
Hockey-Kulturen aufeinander. Das Team Suisse mag dabei favorisiert sein. Ein Selbstläufer
wird das Turnier für die Mannschaft von Trainer Patrick Fischer freilich nicht.

 

 

Am 26. Dezember wird der 91. Spengler Cup mit einem Paukenschlag eröffnet: Um 15.10 Uhr trifft das Team Suisse auf Dinamo Riga. Eine Partie, die fast einem Länderspiel gleichkommt, schliesslich stellt das an der russischen KHL teilnehmende Riga etwa gut die Hälfte aller Nationalspieler Lettlands.

Man darf von ihm, wie man es aus der KHL kennt, ein gut strukturiertes Spiel erwarten, ausserdem gibt es durchaus auch den einen oder anderen Spieler, der technisch beschlagen ist. Die Letten haben allerdings einen derart  fürchterlichen Start in die neue Saison hingelegt, dass sich die Klubleitung bereits Ende September
gezwungen sah, den eben erst im Sommer vom Assistant- zum Headcoach promovierten Sandis Ozolinsh, die grosse Figur des lettischen Hockeys schlechthin, zu entlassen.

Vieles wird also davon abhängen, wie die Mannschaft auf den Trainerwechsel anschlagen wird. Von solchen Problemen sieht sich die Schweizer Nationalmannschaft aktuell weit entfernt. Nach einer tollen Weltmeisterschaft sitzt Trainer Patrick Fischer sicher im Sattel, seine Handschrift hat deutliche Konturen angenommen, die Balance zwischen Offensive und Defensive scheint gefunden. Die Schweizer werden zwar nicht mit übermässig hartem, dafür aber mit schnellem und technisch versiertem Hockey auftrumpfen. Wie bei den Kanadiern wird auch hier der Leistungs- und Konkurrenzdruck enorm hoch sein, geht es doch darum, sich für ein Ticket ans Olympische Turnier in Pyeongchang zu empfehlen.

Angesichts des Umstands, dass für viele Spieler ein Nati-Aufgebot für den Spengler Cup auch die einzige Chance ist, in ihrer Karriere überhaupt einmal an diesem Schweizer Traditionsturnier teilzunehmen, darf man nicht nur eine qualitativ hochwertige, sondern auch eine bis in die Fingerspitzen motivierte Truppe erwarten.

HPK mit neun NHL-Drafts

Der Dritte im Bunde ist die Mannschaft aus der südfinnischen Stadt Hämeenlinna. Der Klub mit dem Namen Hämeenlinna Pallokerho, kurz HPK, wurde 1929 gegründet und gehört damit zu den Traditionsvereinen des Landes. Dabei setzt er vor allem auf das Prädikat «jung und stark». Die Mannschaft von Trainer Antti Pennanen (38) weist mit 23,16 Jahren nicht nur den tiefsten Altersschnitt der finnischen Liiga auf – mit 186,39 cm liegt sie auch bezüglich Durchschnittsgrösse an der Spitze.
Im Kader fungieren ausserdem nicht weniger als neun Spieler mit Jahrgang 1995 und jünger, die von einem NHL-Team gedraftet worden sind. Da ausser drei Schweden, einem Dänen und einem Slowaken alle Spieler
finnisch sind, darf also frisches finnisches Hockey erwartet werden: physisch präsent, systemtreu und schnell.