26.12.2017 08:32

Bruno Aegerter wird den Spengler Cup dieses Jahr verpassen – vielleicht aber auch nicht...

 

Nach fünf Jahren als Scout beim HCD hat Bruno Aegerter auf diese Saison hin als Sportchef zum EHC Visp gewechselt. Den heute beginnenden 91. Spengler Cup wird er deshalb verpassen – vielleicht aber auch nicht...

Vom Gebirgskanton in den Gebirgskanton – wie gehts Ihnen im Wallis?

Gut, ich bin in den Bergen (lacht). Es war wunderschön in Davos, aber wir haben auch hier wieder ein schönes Plätzchen gefunden. Es gefällt mir gut.

Nach fünf Jahren haben Sie den HC Davos verlassen – haben Sie noch kein Heimweh nach den Bündner Bergen?

Heimweh nicht, aber ich habe in Davos sehr gute Leute kennengelernt, neue Freundschaften geschlossen, ich konnte in einem professionellen Umfeld arbeiten. Was ich nun in Visp etwas vermisst habe, ist die Champions Hockey League, durch die ich zusätzlich zum Scouting viel herumkam. Da traf ich viele Leute und konnte gute Kontakte knüpfen.

Haben Sie noch Kontakt nach Davos?

Mit Arno Del Curto stehe ich regelmässig in Kontakt. Er war ja auch sehr zuvorkommend und hat uns in dieser Saison trotz der Zusammenarbeit des HCD mit dem HC Thurgau verschiedentlich Spieler abgegeben, die er in jenem Moment nicht gebraucht hat.

In Ihren fünf Jahren HCD war der Spengler Cup quasi «jährliches Brot». Was machen Sie in diesem Jahr während dieser Zeit?

Eigentlich wäre ich gerne mal einfach so am Spengler Cup, um ihn ohne Arbeit erleben zu können. Weil wir aber am 27. und 30. Dezember in der Swiss League Spiele haben, ist es nicht so einfach. Eventuell geniesse ich das Turnier am Fernsehen, vielleicht schaue ich aber auch zwei, drei Tage vorbei, beispielsweise vom 28. bis zum 30. Dezember, um Leute zu treffen, zu plaudern und das ganze Ambiente zu geniessen.

Wie unterscheidet sich Ihr heutiger Job in Visp mit Ihrer Tätigkeit im Scouting beim HCD?

Im Prinzip ist es sehr ähnlich. Mit dem Unterschied, dass beim HCD Arno Del Curto bei einem Transfer das letzte Wort hatte. Aber ich war auch bei den Verpflichtungen dabei, habe Verträge gemacht. Beim HCD war ich zudem viel mehr im In- und Ausland unterwegs, um Spieler zu beobachten. Da Arno ein sehr fordernder Mensch ist, war auch die Arbeit sehr herausfordernd. Heute bin ich mein eigener Chef, kann selber bestimmen und bin für alles verantwortlich.

Was erwarten Sie am Spengler Cup von der Schweizer Nati und von Team Canada, die beide die Olympischen Spiele vorbereiten?

Es ist eine sehr interessante Konstellation. Ich kann mich an ganz, ganz früher erinnern, als die Schweizer Nati mitspielte und ich auch am Spengler Cup war. Damals ging es mehr um den Ausgang, die Spieler waren in den frühen Morgenstunden noch unterwegs. Es wird nun interessant sein zu sehen, wieviel mehr unsere Nati bringt als ein Team aus der KHL. Gibt es nun noch mehr Hockey? Wird zielgerichteter gespielt? Der Spengler Cup ist ja nicht ein Turnier, das man unbedingt gewinnen muss. Klar, man geht, um eine gute Figur abzugeben, aber es ist auch viel Freude dabei. Schauen wir, wie die Nationalteams die Freude und die Leistung unter einen Hut bringen. Aber es ist sicher eine ideale Olympia-Vorbereitung. Die Nationalteams tun dem Spengler Cup sicher gut.

Und was trauen Sie dem HCD zu?

Alles! Bei ihnen ist es wie bei uns im EHC Visp: Sie sind nicht so konstant. Aber wer Arno kennt, weiss, dass der richtige Input kommen wird. Der HCD hat nach wie vor eine sehr gute Mannschaft, da ist immer alles möglich.