01.01.2017 17:53

Marc Gianola zieht nach seinem ersten Spengler Cup-Turnier als OK-Präsident eine ausgezeichnete Bilanz

 

Der Spengler Cup ist eine Erfolgsgeschichte. Daran hat auch der Führungswechsel von Fredi Pargätzi zu Marc Gianola nichts verändert. Eine spezielle Herausforderung wird die nächste Austragung des Traditionsturnier: Die Schweizer Nationalmannschaft tritt in Davos an.

Marc Gianola, was hat Sie am 90. Spengler Cup besonders gefreut?

Marc Gianola: Die Freude ist immer riesengross, wenn man tollen Sport sehen kann. Es gab ausserordentliche Mannschaftsleistungen und sehr gutes Eishockey.

Gab es etwas, das Sie nervte?

Genervt nicht unbedingt. Die Stimmung war sehr gut. Schade war, dass Automobilist Jekaterinburg alle seine drei Spiele verlor. Es ist ungewohnt, dass eine KHL-Mannschaft kein einziges Spiel gewinnt.

Wie lautet Ihre sportliche Bilanz?

Wir hatten eine sehr starke Gruppe mit Dinamo Minsk, dem Team Canada und dem HC Davos. Die andere mit Mountfield, Lugano und Jekaterinburg war etwas schwächer. Dank der Null-Toleranz-Regelinterpretation, aufgrund der Haken, Halten und Behinderung durch die Refs konsequent bestraft werden, gab es ausserordentlich schöne Spiele und viele Tore. Praktisch alle Partien verliefen sehr ausgeglichen. Und alle Top-Mannschaften stiessen in die Halbfinals vor. Die Kanadier steigerten sich im Verlauf des Turniers deutlich. Sie gewannen schliesslich die Siegertrophe – so wie sie es fast jedes Jahr tun.

Was können Sie bereits für ein wirtschaftliches Fazit ziehen?

Wir bewegen uns auf einem sehr hohen Niveau. Bezüglich Sponsoring-Verkauf sind wir bei 95 Prozent angelangt. Im Hospitality-Bereich gehe ich davon aus, dass zwei, drei Prozent nicht verkauft wurden. Im Ticketing fehlte uns ein Prozent zum Totalausverkauf. Das ist möglicherweise den Wochentagen zu schulden, lief doch der Spengler Cup vom Montag bis Samstag. Während des Turniers hatten wir kein Wochenende; das ist die schlechtest mögliche Konstellation.

Im nächsten Jahr wird die Schweizer Nationalmannschaft den Spengler Cup zur Olympia-Vorbereitung nutzen…

Unser Nationalteam wird mit den besten Spielern aus der ganzen Schweiz antreten. Zuletzt hatten wir mit Genf-Servette und Lugano je zweimal eine Klubmannschaft aus dem Romandie und dem Tessin. Die Erwartungen werden sehr hoch sein. Das beweist jedes Jahr das Team Canada. Ich bin auch gespannt, was herauskommt, wenn Klub- gegen Nationalteams antreten.

Es gibt bereits die wildesten Gerüchte, dass am nächsten Spengler Cup auch Kanada, die USA und Russland mit ihren Olympia-Teams antreten werden, falls die NHL-Akteure an den Olympischen Spielen 2018 nicht antreten.

Das sind Diskussionen, die geführt werden. Zurzeit sind es allerdings nur Spekulationen. Wir warten ab, bis die NHL ihren Entscheid fällt. Unser Fokus liegt zurzeit auf Klubmannschaften, wie wir es jedes Jahr gemacht haben. Falls die Konstellation ändert, werden wir das überprüfen.

Bezüglich KHL hat die chinesische Mannschaft Red Star Kunlun ihr Interesse signalisiert.

Die Chinesen weilten in der Tat einen Tag lang am Spengler Cup, um zu schauen, wie das Turnier funktioniert. Wir werden unsere Fühler aber auch nach anderen KHL-Teams ausstrecken. Für konkrete Lösungen ist es zurzeit noch zu früh. Wir haben sehr gute Kontakte zur KHL-Führung und werden uns bemühen, erneut eine oder zwei KHL-Mannschaften an den Spengler Cup zu bringen.

Wie weit sind Ihre Verhandlungen fortgeschritten, damit die finnische Liga wieder an den Spengler Cup kommt.

Wir sind daran, eine Einigung abzuschliessen. Stand heute gehe ich davon aus, dass wir am nächsten Spengler Cup einen finnischen Turnierteilnehmer haben.