12.05.2017 07:03

Marc Gianola hat an der Eishockey-WM in Paris ein wenig begeisterndes Schweizer Nationalteam gesehen.

 

 

Mit besonderer Aufmerksamkeit hat Marc Gianola in den letzten Tagen die Auftritte der Schweiz an der Eishockey-Weltmeisterschaft in Paris beobachtet. Sie wird zwischen Weihnachten und Neujahr erstmals nach 38-jähriger Absenz wieder am Spengler Cup antreten.

Spengler Cup-Chef Marc Gianola lud sein OK und die HCD-Geschäftsstelle diese Woche vom Dienstag bis Donnerstag zu einem Abstecher nach Paris ein. Eine Besichtigung des Eiffelturms und weiterer touristischer Attraktionen in Frankreichs Metropole gehörten genau so zum Programm wie der Besuch der Eishockey-WM-Partien der Schweiz gegen Gastgeber Frankreich und Weissrussland. Die „Eisgenossen“ verloren gegen das Gastgeberteam trotz zweimaliger Führung nach Penaltyschiessen noch mit 3:4. Tags darauf besiegten sie Weissrussland mit 3:0. Gleichwohl wird es für die Schweiz schwierig, ihr primäres Ziel, die Qualifikation für die WM-Viertelfinals, noch zu realisieren.

Ambühls wichtige Tore

Dass sich Gianola in Paris primär für die Schweizer Puckjäger interessierte, hatte einen speziellen Grund: Zwischen Weihnachten und Neujahr wird das Schweizer Nationalteam erstmals seit 1979 wieder am Spengler Cup antreten. Was der OK-Chef von seinem zweiten Schweizer Spengler Cup-Teilnehmer – neben dem HC Davos – an der WM sah, überzeugte ihn allerdings nicht. „Es war nicht so lustig“, bilanzierte Gianola. Er vermisste in den beiden Partien gegen die in der Weltrangliste schlechter klassierte Konkurrenten eine dominant auftretende Schweizer Mannschaft. Ihr gelang es nur phasenweise, dem Gegner das Spiel aufzuzwingen. Gegen Frankreich gab die Schweiz zwei Mal eine Führung preis, und im Penaltyschiessen schlitterte sie gar noch in die Niederlage. Trotz des 3:0-Siegs konnte sie in einer auf dürftigem Niveau stehenden Partie auch gegen Weissrussland nur resultatmässig gefallen. „Hoffentlich steigert sich die Schweiz am Spengler Cup“, meinte Gianola nicht von ungefähr. Positiv fiel im Schweizer WM-Team der einzige HCD-Spieler auf. Andres Ambühl erzielte gegen Frankreich das 3:2, indem er einen Solovorstoss souverän abschloss. Und gegen Weissrussland traf der HCD-Captain mit einem präzisen Weitschuss nach sehenswerter Direktabnahme zum beruhigenden 2:0.

Spengler Cup als Olympia-Hauptprobe

In den letzten Jahren hatte am Spengler Cup neben dem HC Davos jeweils eine zweite Schweizer Klubmannschaft gespielt – und das mit beachtlichen Erfolgen. Zuletzt scheiterte Lugano zweimal im Final am Team Canada, und zuvor hatte sich Genève-Servette zwei Mal gar als Turniersieger feiern lassen. Mit der Verpflichtung der Schweizer Nationalmannschaft weicht das Spengler Cup-OK nun davon ab. Die Schweiz wird die Teilnahme am Traditionsturnier als Hauptprobe für die Olympischen Spiele vom Februar 2018 in Pyeongchang (Südkorea) nutzen. Vertraglich ist abgemacht, dass die HCD-Spieler für Davos antreten werden. Und wie alle anderen Mannschaften am Spengler Cup muss auch das Nationalteam, statt mit den Verbands-Sponsoren, mit den Turniersponsoren auftreten.

Übrigens: Der Ticket-Vorverkauf für die das nächste Spengler-Cup-Turnier, das 91. in seiner langen Geschichte, wird am 22. Mai eröffnet.