30.12.2011
Schläpfer: ''Habe Spylo am SC verpflichtet''

Kevin Schläpfer steht beim EHC Biel an der Bande
Mit neun Jahren war er zum ersten Mal am Spengler Cup, mittlerweile ist er ein Stammgast am Davoser Traditionsturnier. Im Interview spricht Biel-Trainer Kevin Schläpfer über die speziellen Momente und die Gelegenheiten, die der Spengler Cup bietet.
Kevin Schläpfer, was macht für Sie die Faszination des Spengler Cups aus?
Seit mein Vater mich das erste Mal mit neun Jahren mit an den Spengler Cup nahm, bin ich nun jedes Jahr hierher gekommen. Seit drei Jahren begleitet mich nun mein eigener Sohn, es ist sozusagen also eine kleine Tradition in unserer Familie geworden. Die Ambiance hier ist einmalige, es wird tolles Hockey geboten und ich treffe viele alte Freunde, die ich nur einmal im Jahr sehe - nämlich hier am Spengler Cup.
Bedeutet der Besuch des Spengler Cups für Sie auch Arbeit oder ist es reines Vergnügen?
Das Vergnügen kommt sicher nicht zu kurz, doch als Trainer und Sportchef habe ich auch immer meine Augen offen. Beispielsweise habe ich Rick Jackman und Ahren Spylo sozusagen am Spengler Cup verpflichtet.
Wie müssen wir uns das vorstellen, wie ging das vonstatten?
Ich habe die beiden spielen sehen, Spylo für Mannheim, Jackman für das Team Canada. Ich habe dann jeweils Kontakt zu den Spielern gesucht und bin sie im Teamhotel besuchen gegangen.
Reisen Sie nach Davos, um auch gezielt Spieler zu beobachten?
Eigentlich nicht, und mittlerweile ist es aufgrund des Modus ja auch nicht immer ganz einfach, da man im Voraus nicht weiss, wer wann spielen wird. Hin und wieder schreiben mir aber auch Spieleragenten Mails, dass ich doch gewisse Spieler genauer unter die Lupe nehmen soll.
Und, ist Ihnen schon jemand ins Auge gestochen?
Das sage ich lieber nicht, schliesslich schläft die Konkurrenz nicht. Ich will sie nicht noch drauf aufmerksam machen.
Könnte sich Biel denn überhaupt einen Spieler von Dinamo Riga leisten (Das Interview fand während der Partie zwischen Riga und Wolfsburg statt, Anm. der Red.)?
Mit dem hohen sportlichen Niveau in der NLA und der hohen Lebensqualität in der Schweiz -speziell für Familien - können die Schweizer Klubs mehr als nur finanzielle Reizpunkte bieten. Ausserdem sind die Saläre in Russland in den letzten Jahren etwas zurückgegangen. Natürlich zahlen die grossen Klubs in Moskau oder St. Petersburg immer noch sehr gut, doch ausserhalb der Metropolen sind die Löhne deutlich kleiner geworden.
Haben Sie ein Lieblingsteam?
Ich versuche jeweils, ein Spiel des Team Canada zu sehen. Und in diesem Jahr war ich vor allem auf den Auftritt des KHL-Teams Dinamo Riga gespannt. Doch eigentlich gilt meine Sympathie dem HCD, man sollte schliesslich die Schweizer Teams unterstützen. Dabei sollte ich eigentlich neutral bleiben, meinem Blutdruck zuliebe, ich bin sonst schon genug emotional (lacht).
Schauen Sie sich auch was für Ihr Team ab, wenn sie die Partien am Spengler Cup betrachten?
Man sollte immer die Augen offen halten. Wenn ich was sehe, was mir gefällt, versuche ich natürlich, dies auch in meinem Team umzusetzen. Zum Beispiel im Powerplay oder bei der Angriffsauslösung.
Welche Vorsätze haben Sie sich für das neue Jahr für sich und Ihr Team genommen?
Die Playoffs! Natürlich wollen wir die Playoffs erreichen. Wir wollen den Willen zeigen, uns jeden Tag verbessern zu wollen. Und für mich persönlich will ich mir vornehmen, etwas ruhiger zu werden. Eben wegen dem Blutdruck (lacht).
Von Daniel Bossi