25.12.2011
Kai Hospelt: Dank eisernem Willen an die Spitze
Er ist gebürtiger Kölner, schaffte aber erst in Wolfsburg den endgültigen Durchbruch: Kai Hospelt ist ein Sinnbild des aufstrebenden deutschen Eishockeys. Obwohl der Center erst 26 Jahre alt ist, hat er die Höhen und Tiefen des Eishockeys schon kennengelernt.
Bereits in jungen Jahren machte der Deutsche auf sich aufmerksam. Als 17-Jähriger wurde er im Juniorenteam der Kölner Haie mit sagenhaften 106 Skorerpunkten aus 40 Partien Topskorer der Deutschen Nachwuchsliga: Kurz darauf debütierte er in der DEL. 29 Partien in der höchsten Liga hinderten Hospelt indes nicht daran, sich erneut die Topskorerkrone der DNL zu sichern. Im Jahr 2003 sicherten sich die San Jose Sharks die Rechte an der deutschen Nachwuchshoffnung, zu einem Engangement in Nordamerika kam es aber nie.
Eiserner Willen als wichtige Eigenschaft
Nachdem er sich im Folgejahr in der 4. Reihe der Haie etablierte, folgte der erste grosse Rückschlag. Hospelt erlitt vor dem Saisonstart einen Kreuzbandriss. Doch der Musterprofi kämpfte sich zurück. ''Beim Eishockey ist es besonders wichtig, dass man den Willen hat, hart zu arbeiten'', meinte Hospelt in einem Interview mit der Zeitschrift ''indigo''. Diese Attitüde lebt er vor.
Hospelt liess sich weder von schlechten Auftritten, wie beispielsweise mit der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft an der WM 2009 in der Schweiz, noch von einem zweiten Kreuzbandriss aufhalten und arbeitete kontinuierlich an seinen Fähigkeiten. Er gilt als exzellenter Schlittschuhläufer mit einer filigranen Stocktechnick sowie einem ausgeprägtem Gespür für das Spiel.
Angebot aus Wolfsburg trotz Verletzung
2008 wechselte der Stürmer zusammen mit Sebastian Furchner - welcher nicht nur seit neun Jahren sein Weggefährte sondern auch sein bester Freund ist - von Köln nach Wolfsburg. Dass die Grizzly Adams ihm ein Angebot machten, obwohl er an einer langwirigen Verletzung laborierte, imponierte Hospelt.
In der VW-Stadt fühlte sich der Wiedergenesene dann schnell wohl, pflegt mittlerweilen auch ein freundschaftliches Verhältnis zu Team- und Nationalmannschaftskollege Christopher Fischer.
Wichter Eckpfeiler in der deutsche Nationalmannschaft
Galt Hospelt in Köln noch als zuverlässiger Defensivcenter, hat er in Wolfsburg seine offensiven Stärken (wieder) entdeckt. Bei den Grizzly Adams blühte er richtiggehend auf. Es passt zu ihm, dass er die Lorbeeren aber stets seinen Mitspielern weiterreichte.
In Wofsburg erhielt Hospelt kontinuierlich mehr Eiszeit und Verantwortung. Dies zahlte er mit starken Darbietungen zurück und reifte so zum deutschen Nationalspieler. Aus dem Kader des DEB ist er seither nicht mehr wegzudenken. Beim Halbfinaleinzug an der WM 2010 im eigenen Lande war er eine feste Grösse, im Frühjahr in der Slowakei zählte er gemäss Chefcoach Uwe Krupp ''zu den drei besten Spielern unseres Teams''.
Auch am Spengler Cup in Topform?
In der aktuellen Saison ist der Center so produktiv wie noch nie, spielt die Saison seines Lebens. Momentan führt er die Skorerwertung der DEL an und wurde kürzlich vom Fachmagazin ''Eishockey NEWS'' zum besten DEL-Spieler des Monats November gewählt. Er sei nur dank der Mithilfe seiner Teamkollegen so stark, wie er betont: ''Die Jungs machen es mir leicht, so einen guten Lauf zu haben'', so Hospelt.
Es passt zum Vize-Kapitän der Grizzly Adams, der sich stets in den Dienst seiner Mannschaft stellt. ''Ich will immer vollen Einsatz zeigen'', sagte er einst. So auch am Spengler Cup, an welchem er den DEL-Klub zum Turniersieg führen soll.
Von Adrian Ehrat