05.12.2011
''Mir fiel beinahe der Hörer aus der Hand''

Danny Kurmann ist zum 10. Mal am Spengler Cup dabei
Im 14. Jahr als Profi-Schiedsrichter feiert der Zuger Danny Kurmann diesen Winter am Spengler Cup sein 10-Jahres-Jubiläum. Er erzählt, weshalb dieses Jubiläum emotionaler ist als dasjenige an der A-WM und verrät seine Träume.
Danny Kurmann, Sie feiern diesen Winter am Spengler Cup und an der A-Weltmeisterschaft jeweils die zehnte Teilnahme. Welches Jubiläum bedeutet Ihnen mehr?
Beide Jubiläen sind für mich sehr speziell und ein bisschen unfassbar, auch wenn ich selber gar nicht mitgezählt habe. Emotional ist das Spengler Cup-Jubiläum bedeutender, da es mit vielen Kindheitserinnerungen verbunden ist. Die Weltmeisterschaft im kommenden Mai ist dann wie ein Dessert zum Saisonende.
Erzählen Sie uns von Ihren Spengler Cup-Kindheitserinnerungen?
Diese waren meist verbunden mit Besuchen bei Verwandten, wo ich mich als Kind so wunderschön vor den Fernseher stehlen konnte. Der Spengler Cup hat mich bezüglich des Hockeysports von jeher fasziniert.
Können Sie sich noch an Ihr erstes Spengler Cup-Spiel erinnern?
Ans Spiel selber nicht, aber ans Aufgebot im Jahr 1990. Der damalige Schiedsrichterchef Egon Frei rief mich an und fragte, was ich zwischen Weihnachten und Neujahr mache. Als er mich fragte, ob ich bereit sei, am Spengler Cup als Linesman dabei zu sein, fiel mir beinahe der Telefonhörer aus der Hand.
Welches ist Ihr schönstes Spengler Cup-Erlebnis?
Das ist schwierig zu beantworten. Ich bin ein Familienmensch. Deshalb waren die letzten drei Teilnahmen sehr speziell. Manchmal ging ich am Morgen mit auf den Berg, wenn meine neunjährige Tochter zum Skifahren ging. Auch sie freut sich immer darüber, dass sie mit nach Davos kommen kann. Beruf, Sport und Familie so kombinieren zu können, ist einmalig.
Was möchten Sie im Eishockeysport noch erreichen?
Sportlich habe ich meine vierten Olympischen Spiele in Sotschi 2014 vor Augen. Ein Traum wäre es zudem, einmal ein NHL-Spiel in Canada zu leiten.
Wie hat sich der Spengler Cup aus Ihrer Sicht in den letzten zehn Jahren verändert?
Die Entwicklung ist vergleichbar mit derjenigen des Eishockeys im generellen. Die Spieler sind technisch besser, die Spiele schneller und attraktiver geworden, der Showaspekt wichtiger. Vor 12 bis 15 Jahren war die Spengler Cup-Teilnahme für die Teams ein Erlebnis. Sie spielten frisches Eishockey. Heute, mit der riesigen Medienpräsenz, will jedes Team unbedingt gewinnen. Die Spieler nutzen den Spengler Cup als Plattform, um sich für weitere Verträge zu empfehlen.
Was erwarten Sie vom Spengler Cup 2011?
Ein tolles Turnier mit tollen Spielen. Ein Hockeyturnier zum Geniessen, fernab von jeder Gewalt. Zudem hoffe ich, dass wir Schiedsrichter einen guten Job machen.
Die Schiedsrichter
Zehn Unparteiische. Neben Danny Kurmann sind folgende Headschiedsrichter zum Spengler Cup aufgeboten: Massy und Stricker (CH), Herbert (NHL) und Jablukov (DEL). Das Schweizer Quintett der Linesmen setzt sich folgendermassen zusammen: Roger Arm, Peter Küng, Joris Müller, Andreas Kohler und Roman Kaderli.