27.12.2010
Holden: ''So einem glaubt man alles''
Josh Holden gerät ins Schwärmen, wenn er über den Spengler Cup spricht. Für das Team Canada aufzulaufen erfülle ihn mit Stolz, die Atmosphäre in Davos während der Altjahrswoche sei unglaublich und seinem Trainer Mark Messier vertraue er blind.
"Das Turnier ist sehr professionell", fällt Josh Holden als erstes zum Spengler Cup ein. Er freue sich immer wieder, ein Teil dieses prestigeträchtigen Anlasses zu sein. "Es ist immer eine Gelegenheit, Kanada zu repräsentieren", sagt der EVZ-Stürmer. Das erfülle ihn mit Stolz.
Holden: "Jeder weiss, was er zu tun hat"
Obwohl die Kanadier jeweils nur wenig Zeit haben, vor dem Spengler Cup zusammen zu trainieren, scheinen die Abläufe und Spielzüge jeweils schon nach kurzer Zeit zu funktionieren. Gibt es eine Art blindes Verständnis unter kanadischen Hockeyspielern? "Nein", lacht Holden, "das liegt wohl eher daran, dass wir alle diesen Sport schon einige Jahre ausüben." Sobald die Coaches ihre Taktik erklärt hätten, wisse jeder, was er zu tun habe.
Dies liegt auch an Headcoach Mark Messier, den Holden in den höchsten Tönen lobt: "Er redet die Sprache der Spieler. Er wählt seine Worte sorgfältig und drückt sich leicht verständlich aus." Zudem strahle er eine grosse Ruhe aus. Messier war als Spieler eine Legende, feierte grosse Erfolge zusammen mit Wayne Gretzky. "Er weiss genau, wovon er redet", sagt Holden, "so einem kannst du nur zuhören und glauben. Und das umsetzen, was er sagt." Für einmal steht der grösste Star der Kanadier also an der Bande.
Vom Teamleader zum Mitläufer?
In seinem Verein ist Holden ein absoluter Teamleader. Im Team Canada ist er nur einer unter vielen, praktisch jeder Spieler gehört in seinem NLA-Verein zu den Leistungsträgern. Muss sich der 32-jährige deshalb zurücknehmen in der Garderobe? "Wir brauchen auch hier Leader auf und neben dem Eis", klärt Holden auf, "doch generell wird bei uns am Spengler Cup nicht so viel gesprochen wie im Verein." Auch das hänge mit dem Alter der Spieler und ihrer Erfahrung zusammen.
Obwohl der Tagesplan am Spengler Cup wenig Platz für Freizeit übrig lässt, findet Holden doch noch Zeit zur Entspannung: "Wir sind zwar ziemlich beschäftigt, doch vor allem mental kann man sich gut erholen am Spengler Cup." Dass die Spiele aber trotzdem mit der nötigen Einstellung und Konzentration angegangen werden, verstehe sich von selbst. "Wir spielen, um zu gewinnen", so der Goalgetter. Dennoch sei es aber auch schön, die Zeit in Davos mit der Familie verbringen zu können.
Gespannt auf die Russen
Holden zählt nebst dem Team Canada vor allem Davos zu den heissesten Titelanwärtern. Besonders gespannt ist er auf die russischen Teams. "Die KHL ist eine starke Liga, so erwarte ich auch die beiden Mannschaften." Doch habe jedes Team am Spengler Cup die Qualität, das Turnier auch zu gewinnen.
Von Daniel Bossi