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Ein Davoser, der sein Herzblut Genf schenkte
Ein Davoser, der sein Herzblut Genf schenkte
Marco Torriani: «Ich hätte nie zu träumen gewagt, dass Genf einst wieder in der Nationalliga A, geschweige denn am Spengler Cup spielen würde.» Foto: pd

Marco Torriani freut sich vor dem Spengler Cup gleich mehrfach: Eine der Gruppen trägt den Namen seines Vaters «Bibi» Torriani, der Genf Servette HC ist erstmals am Spengler Cup vertreten und auch er selber wird für einige Tage in seine Heimat zurückkehren.

Marco Torriani ist als eines von drei Kindern von Richard «Bibi» Torriani in Davos aufgewachsen. Nach 20 Jahren Engagement im Ausland kehrte er in die Schweiz zurück und war federführend bei der Rettung des Genf Servette HC. Der General Manager des «Mandarin Oriental Geneva» hält es nicht für ausgeschlossen, in Zukunft wieder in Davos zu leben.

Grosse Freude

Die Gruppennamen am Spengler Cup heissen «Torriani» und «Cattini», benannt nach dem bekannten «ni»-Sturm der 30er- und 40er-Jahre. «Wir Kinder und auch unsere Mutter freuen uns wahnsinnig über diesen Anerkennungsgruss an unseren Vater sowie Hans «Joe» Cattini und Ferdinand «Pic» Cattini. Es hätte auch nach ihrer Epoche noch viele gute Spieler gehabt, deren Namen man für die Gruppennamen hätte auswählen können», erzählt Marco Torriani, der immer wieder überrascht ist, wie oft er noch heute auf seinen Vater angesprochen wird.

Selber im Spengler Cup-Einsatz

Der Sport hat die Kindheit der Torrianis stark geprägt. Marcos Schwester war Schweizer Vizemeisterin im Kunsteislaufen. Auch Marco war jeden Tag auf der Eisbahn: «Der HC Davos war mein Eishockeyerlebnis Nummer eins - mein Klub.» Seine Kindheit in Davos sei in jeder Beziehung wunderbar gewesen und der Sport habe ihm viel fürs Leben gegeben, erzählt er. Bei mehreren Spengler Cup-Austragungen stand er selber auf dem Eis: «Wir waren damals bereits mit einem vierten Rang zufrieden. Die Turniere waren unabhängig vom Ergebnis Erlebnisse, die ich nie vergesse.» In seiner Eishockey-Karriere kam Torriani auf zwei Länderspiele. 25jährig entschied er sich aber 1970 zugunsten der beruflichen Karriere. Er arbeitete in Südafrika, Kanada und den USA, bevor er vor zwanzig Jahren nach Genf versetzt wurde. Er trat den Senioren des Genf Servette HC bei und traf ehemalige Kollegen: «Hier hatte ich früher mit Davos in einer der ersten Hallen der Schweiz vor 10'000 bis 11'000 Leuten gespielt. Jetzt fand ich nur noch einen Scherbenhaufen vor.»

Ehre für Genf

Marco Torriani wollte dies nicht wahrhaben. Er wurde Präsident, stand dem Verein während 15 Jahren vor und brachte ihn von der Erstliga bis zur Nationalliga A. Die Basis zum Aufstieg bildete vor allem eine erfolgreiche Nachwuchsarbeit. «Mein Einsatz als Funktionär war eine Herausforderung für den Sport, den ich so gerne mag», erinnert sich Torriani. Heute ist er Ehrenpräsident des Genf Servette HC. «Mein vordergründiges Ziel war die Vision eines lebenden Hockeys. Ich hätte nie zu träumen gewagt, dass Genf einst wieder in der Nationalliga A, geschweige denn am Spengler Cup spielen würde.» Die Teilnahme von Genf Servette sei eine Ehre für die Stadt und seine Fans, aber auch für Trainer Chris McSorley, den Torriani noch während seiner Zeit als Präsident angestellt hat, so wie für Hugh Quennec, seinen Nachfolger als Präsident.

Nächte und Herzblut geopfert

Dank den neuen Gruppennamen sowie der Teilnahme des Genf Servette HC wird auch Marco Torriani am diesjährigen Spengler Cup für einige Tage nach Davos zurückkehren. «Leider ist Davos etwas weit von Genf weg. Doch müsste ich mich zukünftig für einen Wohnsitz entscheiden, wäre Davos bestimmt nicht die schlechteste Wahl.» Unterstützen wird er als Spengler Cup-Zuschauer den Gastgeber HC Davos, den Verein seines Herzens, aber nur in zweiter Linie: «Im Vordergrund steht der Genf Servette HC, für den ich viele Nächte und Herzblut geopfert habe. Ich hoffe, dass das Team gut abschneiden wird.»


Kasten: Die Paten der Gruppen
Die Spengler Cup-Gruppen erhielten Stars der Vergangenheit als Paten. Die Gruppennamen heissen «Torriani» und «Cattini», benannt nach dem bekannten «ni-Sturm» der 30er- und 40er-Jahre. Richard «Bibi» Torriani, Hans «Joe» Cattini und Ferdinand «Pic» Cattini, die ab 1933 zusammen auftraten, revolutionierten damals das Schweizer Eishockey. Sie bildeten während eineinhalb Jahrzehnten die Paradelinie des HC Davos und der Schweizer Nationalmannschaft. Die Namen aufzuzählen ersparten sich die Journalisten und Statistiker bald. In der Aufstellung des HC Davos stand damals statt der Namen schlicht und einfach «ni-Sturm». Torriani, über Jahrzehnte der populärste Schweizer Sportler - war der Kopf des Sturms. Er war es auch, der 1948 bei den zweiten Olympischen Spielen in St.Moritz den Eid sprechen durfte. Später gewann das Schweizer Team die Bronzemedaille. Mit dem «ni-Sturm» gewann der HCD zwischen 1933 und 1943 «sein Turnier» sechsmal. Dass der HCD damals auch in der Meisterschaft praktisch ohne Gegner war, ist selbstredend.

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LIVE-TICKER
Heute stehen keine Live-Ticker auf dem Programm
ERGEBNISSE
Gruppe Torriani:
Kloten - Riga2:9
Wolfsburg - Kloten0:6
Riga - Wolfsburg3:1
Gruppe Cattini:
Canada - Vitkovice7:1
Davos - Vitkovice2:1
Canada - Davos1:8
Pre-Semifinals:
Kloten - Vitkovice1:5
Canada - Wolfsburg2:3 n.P.
Semifinals:
Davos - Vitkovice4:2
Riga - Wolfsburg4:1
Final:
Davos - Riga3:2
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