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Stalder: ''Ich war ein miserabler Spieler''
Stalder: ''Ich war ein miserabler Spieler''
Roland Stalder: ''Der Respekt in den USA ist riesig''

Head-Schiedsrichter Roland Stalder wird Ende Saison zurücktreten. Im Interview spricht der 50-Jährige über seine Karriere-Highlights, ''Trash Talk'' während den Spielen und verrät, wie er zum Schiedsrichterwesen gekommen ist

Roland Stalder, nach einem 13-Jährigen Unterbruch sind Sie dieses Jahr zum 6. Mal beim Spengler Cup dabei. Was ist das für ein Gefühl?

Roland Stalder: Ein sehr schönes natürlich. Ich wurde vom Aufgebot überrascht, damit hätte ich wirklich nicht gerechnet.

Sie werden Ende Saison als Schiedsrichter zurücktreten. Wenn Sie noch einmal auf Ihre Karriere zurückblicken, welches waren die Highlights?

Ein erster Höhepunkt war das erste Spiel in der Nationalliga als Linienrichter. Auch der Wechsel zum Headschiedsrichter war ein spezielles Erlebnis. Grundsätzlich habe ich viele schöne Moment erlebt. Ich durfte viel herumreisen und habe viel gesehen.

Gibt es ein Erlebnis, welches Ihnen speziell in Erinnerung geblieben ist?

Meine Aufenthalte in den USA. Welcher Respekt dort den Schiedsrichtern entgegen gebracht wird, das ist schon unglaublich. Sei es von den Offiziellen oder von den Spielern. Ein Schiedsrichterentscheid wird dort akzeptiert - ohne Wenn und Aber. Das ist in der Schweiz schon etwas anders.

Sie müssen sich während den Spielen ziemlich viel anhören, sei es von Spielern oder Trainern. Kann man das alles an sich abprallen lassen?

Ja, das geht grundsätzlich ganz gut. Es ist klar: Man verträgt es manchmal mehr, manchmal weniger. Am besten man hört einfach nicht hin (lacht). Solange es nicht auf der persönlichen Ebene stattfindet, kann ich gut damit umgehen. Wird es aber persönlich, dann muss man rigoros durchgreifen.

Sie sind mittlerweile 50 Jahre alt. Merken Sie auf dem Eis körperliche Unterschiede im Vergleich zu früheren Jahren?

Ja, definitiv. Ich brauche nach den Spielen länger, um mich zu erholen. Auch mein Rücken und die Knie bereiten mir bisweilen etwas Probleme. Wichtig ist einfach, dass man sich im Sommer gut vorbereitet. Ich hatte bis jetzt das Glück, von grösseren Verletzungen verschont geblieben zu sein.

Werden Sie nach Ihrem Rücktritt dem Eishockeysport erhalten bleiben?

Das wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Eventuell werde ich im Schiedsrichterwesen tätig sein, muss dies aber noch mit Schiedsrichter-Chef Reto Bertolotti besprechen.

Was sind für einen Schiedsrichter die Unterschiede zwischen dem Leiten eines Meisterschafts- und Spengler-Cup-Spiels?

Vom Pfeifen her ist es kein Unterschied. Die Spieler mögen vielleicht weniger unter Druck stehen, bei uns ist dies aber nicht der Fall. Fehler sind und bleiben Fehler. Natürlich ist aber das ganze Drumherum nicht zu vergleichen. Hier habe ich meine Familie dabei und das Umfeld ist viel lockerer.

Wollten Sie schon immer Schiedsrichter werden?

Nein, gar nicht. Ich war in der Jugend einer der schlechtesten Spieler in meinem Team. Habe ziemlich viele Strafen kassiert und mich bei Schiedsrichterentscheiden immer aufgeregt. Irgendwann kam der Präsident auf mich zu und hat angefragt ob ich nicht Interesse hätte, Schiedsrichter zu werden. So bin ich schliesslich in diesen Beruf reingerutscht.

Sind Sie nebenbei noch einer Arbeit nachgegangen?

Ja, ich habe immer 100 Prozent gearbeitet. Ich muss an dieser Stelle aber schon sagen, dass es ohne das Verständnis meines jeweiligen Arbeitgebers sowie meiner Familie nicht möglich gewesen wäre.

Wenn sich jemand überlegt, Eishockey-Schiedsrichter zu werden. Was würden Sie dieser Person mit auf den Weg geben?

Man sollte es auf jeden Fall versuchen! Voraussetzung ist, dass man ein guter Schlittschuhläufer ist. Der Job bietet viele spannende Facetten. Man lernt viele interessante Leute kennen und kann Kontakte knüpfen. Davon kann man auch persönlich profitieren.

Von Svenja Mastroberardino

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Mannheim - Minsk1:2
Karlovy - Mannheim1:2 n.P.
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Davos - Minsk1:3
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