29.12.2009
Kutlak: ''Olympische Spiele? Keine Chance!''

Zdenek Kutlak denkt (noch) nicht über eine mögliche Rückkehr nach Tschechien nach
Ambri-Verteidiger Zdenek Kutlak steht beim Spengler Cup für Karlovy Vary im Einsatz. Im Interview spricht der Tscheche über die willkommene Abwechslung zum Liga-Alltag, eine mögliche Rückkehr zu Karlovy sowie seine Olympia-Chancen.
sport.ch: Zdenek Kutlak, normalerweise sind Sie mit Ambri Piotta in Davos zu Gast. Für den Spengler Cup gehen Sie nun aber für Karlovy Vary aufs Eis. Worin unterscheidet sich ein Liga- von einem Spengler-Cup-Spiel?
Zdenek Kutlak: Das Stadion ist am Spengler Cup praktisch immer ausverkauft, das war mit Ambri bis jetzt glaube ich noch nie der Fall. Ausserdem bin ich jetzt mit einem tschechischen Team im Einsatz, da läuft alles etwas anders.
Sie haben während der NHL-Lockout-Season 2004 das Dress von Karlovy Vary getragen. Wie war es für Sie, ins Team zurückzukehren?
Das ist natürlich eine tolle Sache, es sind auch noch ein paar Jungs von damals im Team. Es ist klar, dass sich in der Zwischenzeit vieles verändert hat, ich freue mich aber sehr, hier mit dabei zu sein.
Mit den meisten Teamkameraden haben Sie noch nie zusammengespielt. Wie schwierig ist es, sich in so kurzer Zeit in ein fremdes Team zu integrieren?
Das ist nicht ganz einfach, Karlovy spielt mit einem völlig anderen System als Ambri. Aber schlussendlich spielen wir immer noch Eishockey, von daher ist das nicht so ein grosses Problem.
Ihr Vetrag bei Ambri läuft im nächsten Sommer aus. Könnten Sie sich vorstellen, wieder zu Karlovy Vary zurückzukehren?
Daran denke ich im Moment überhaupt nicht. Ich würde nicht sagen, dass ich nie mehr für Karlovy Vary spielen werde, im Moment mache ich mir in diese Richtung aber keine Gedanken.
Ihr Team hat dreimal verloren und wird damit das Finale mit Sicherheit verpassen. Was lief schief?
Gegen Canada haben wir eine gute Partie gezeigt, es war ein offener Schlagabtausch mit dem glücklicheren Ende für die Kanadier. Gegen Davos haben wir leider zwei tödliche Konter einstecken müssen, was uns schlussendlich das Genick gebrochen hat.
Hatten Sie vor dem Davos-Match zu wenig Erholungszeit nach dem intensiven Abendspiel gegen Canada?
Ja, wir hatten wohl etwas müde Beine. Die letzten Tage waren für mich härter, als ich es mir vorgestellt hatte. Noch am 23. habe ich mit Ambri gespielt und dann gleich mehrere Spiele so nah aufeinander - das hat mich etwas geschlaucht.
Noch ein Wort zur Nationalmannschaft: Wie gross würden Sie Ihre Chance einschätzen, bei den Olympischen Spielen im nächsten Jahr zum tschechischen Aufgebot zu gehören?
Die Chance ist gleich null! Der Coach wird mit Sicherheit Verteidiger aufbieten, die in der NHL spielen. Das hat zum einen damit zu tun, dass die Olympischen Spiele in Kanada stattfinden werden und zum anderen, dass diese Jungs an die Umstände wie das kleinere Eisfeld bereits gewöhnt sind.
Von Svenja Mastroberardino