29.12.2009
Wo wäre Davos ohne Verstärkungen?

René Müller hat bei den Verstärkungen für den diesjährigen Spengler Cup ein gutes Händchen bewiesen
Hatten beim HCD die sogenannten Verstärkungen meist eine Funktion als Lückenfüller, damit sich die Davos-Cracks einmal eine Auszeit während der Gruppenphase des Spengler Cups leisten konnten, werden sie dieses Jahr ihrem Namen mehr als gerecht.
Sechs der zehn Tore gehen auf das Konto der Verstärkungsspieler. Naumenko sorgte für das Game-Winning-Goal gegen Dynamo Minsk und war gegen das Team Canada erfolgreich, Duca traf einmal gegen Karlovy Vary. Im selben Spiel gelang Jurai Kolnik gar ein Hattrick. Zieht man diese Tore ab, hätte der HCD schlimmstenfalls erst einen Punkt auf dem Konto.
Nun dürfen sich die Fans berechtigte Hoffnungen auf die Finalqualifikation machen. Davos-Sportchef René Müller erklärt, wie der HCD bei der Suche nach Verstärkungsspieler für den Spenglercup vorgeht.
René Müller, nach welchen Kriterien sucht der HC Davos die Verstärkungsspieler aus?
René Müller: Wir versuchen jeweils, für alle Positionen einen Spieler zu verpflichten, das heisst mindestens einen Verteidiger, einen Center und zwei Flügelspieler. Dies ist uns dieses Jahr nicht wirklich gelungen. Es wird auch immer schwieriger, Spieler zu finden, die bereit sind, einen solchen Sondereffort über die Festtage zu leisten.
Heisst das etwas salopp gesagt, sie müssen nehmen, was noch übrig ist?
Es geht in diese Richtung. Wir haben sicher nicht mehr die grosse Auswahl. Dennoch ist es uns gelungen, wirkliche Verstärkungen zu verpflichten.
Das kann man wohl sagen, sechs der zehn HCD-Tore haben die Ergänzungsspieler erzielt. Sind die Neuen so stark oder fallen die Davoser ab?
Nein, keinesfalls, wir wussten, welche Qualität wir mit den Verstärkungen verpflichtet haben. Kolnik ist ein Skorer, wie er im Bilderbuch steht. Duca und Clark sind zwei Kämpfertypen, die immer Vollgas geben. Helfer ist ein sehr solider Verteidiger und Naumenko kennen wir schon lange, da wissen wir sowieso, was wir an ihm haben.
Gerade die Verpflichtung von Armin Helfer vom HC Pustertal (Südtirol) kam überraschend. Wie sind sie auf ihn gestossen?
Vor einem Jahr kam ein Kontakt mit seinem Agenten zustande, der angefragt hat. Und da wir dieses Jahr einige Absagen erhielten, kamen wir auf ihn zurück.
Das Aufgebot von Helfer hat in seiner Heimat grosse Wellen geschlagen...
Allerdings. Das war eine Riesenüberraschung für die Südtiroler und wir waren gleichzeitig überrascht, was wir damit ausgelöst haben. Die Zeitungen haben nur noch darüber berichtet. Das ist natürlich eine gute Propaganda für uns.
Wie kommt es, dass die Verstärkungen sich so schnell eine tragende Rolle übernehmen konnten beim HCD?
Ach, das war kein Problem. Bei uns fühlt man sich schnell wohl (schmunzelt). Wir haben auf alle Fälle keine speziellen Integrationsmassnahmen vorgenommen.
Von Daniel Bossi