28.12.2009
Wenn der Eispalast leer bleibt...

Leonardo Genoni war nicht da
Stell dir vor, es ist Training und keiner geht hin. So passiert am Sonntagmorgen in Davos. Offiziell war eine Trainingseinheit des HCD angesagt, von den Spielern war aber weit und breit niemand zu sehen. Wo liegt der Sinn einer solchen Übungseinheit?
"09.15-10.00 HC Davos" steht auf dem offiziellen Spengler Cup-Trainingsplan. Einsam zogen die Wieser-Brüder Dino und Marc ihre Runden am Sonntagmorgen in der bitterkalten Vaillant-Arena in Davos. Mit dabei waren auch noch Ersatztorhüter Remo Giovannini und einige Junioren. Von den "Stars" fehlte jede Spur. Wo waren denn alle?
Trainings sinnlos bei diesem Spielplan
"Wir brauchen die Trainingseinheit nicht wirklich", meint Davos' Sportchef René Müller, "wer mag, darf aufs Eis, aber notwendig ist es nicht." Bei so vielen Spielen in so kurzer Zeit hat die Regeneration erste Priorität. "Und das erledigen die Spieler meist gleich nach dem Spiel, allenfalls gibts am Morgen noch ein leichtes Footing" sagt Müller, "das entscheidet der Trainer spontan." Ansonsten seien Trainings bei solch einem intensiven Spielplan sinnlos.
Etwas anders ist die Situation bei Team Canada. Für die Ahornblätter machen Trainings während des Spengler Cups durchaus Sinn, da die Cracks zuvor noch nie zusammen gespielt haben. Beim 7:6 gegen Karlovy Vary war die Defensive der Ahornblätter alles andere als sattelfest. So meinte auch Sean Simpsons, Assistents-Trainer bei Canada: "Es war schwierig, wir hatten nur zwei Trainings vor dem ersten Spiel am Spengler Cup. Das ist wie ein erstes Freundschaftspiel im August bei einer normalen NLA-Mannschaft."
Bei Canada ist jedes Training Gold wert, um an der Abstimmung und den Automatismen zu arbeiten. Auch bei den auswärtigen Teams sind Übungseinheiten durchaus nachvollziehbar, um das Eis kennen zu lernen und sich an die Höhenluft zu gewöhnen.
Nur fürs Powerplay
Davon hält Müller aber nicht allzu viel: "In dieser kurzen Zeit kann man in den Trainings nicht viel machen. Da liegen taktisch ein paar Powerplay- oder Boxplay-Situationen drin, zu mehr reicht es aber nicht." Deshalb glaube er auch nicht, dass die anderen Teams neben Davos viel von den Übungseinheiten profitieren. Trainings am Spengler Cup: Kaum mehr als eine Notiz auf einem Blatt Papier.
Von Daniel Bossi