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Teamcheck: Davoser Silvesterparty als grosses Ziel
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Dynamo Minsk: Wie gut sind die Wisents?

Von Null auf Hundert - dies ist die Devise des Traditionsvereins Dynamo Minsk für diese Saison, sowohl in der russischen KHL als auch am Spengler Cup. Der erst 2004 wieder gegründete Verein stellte auf die neue Saison hin die Mannschaft komplett um - und hat hohe Ambitionen.

Aktuell fast am Tabellenende

Die erste KHL-Saison von Dynamo Minsk kann nicht als Erfolg gewertet werden: Die Bobrow-Division beendeten die Weissrussen auf dem letzten Platz, ligaweit sammelten sie am drittwenigsten Punkte. Es war eine Krisensaison: Zahlreiche Ausländer, die mit grossen Erwartungen nach Minsk geholt worden waren, enttäuschten auf dem Eis. Noch während der Saison wurden Mike Maneluk (ehemals Davos, Lugano, Zug), Mark Rycroft, Laurent Meunier und Mike Ryan entlassen. Trainer Jim Hughes musste bereits im Oktober 2008 den Hut nehmen, sein Nachfolger Wassili Spiridonow nach Saisonende.

Die Reaktion der Vereinsleitung blieb nicht aus - ganz im Gegenteil wurde mit der grossen Kelle angerührt. Im Sommer 2009 wechselte man fast die ganze Mannschaft aus, mit grossem finanziellem Aufwand zahlreiche Spieler mit NHL-Erfahrung verpflichtet. Nicht mehr das Tabellenende, sondern die Halbfinal-Qualifikation wird nun angestrebt - ''mindestens sollten wir aber die Viertelfinale erreichen'', so Vizepräsident Wladimir Gontscharow. Momentan sieht es aber nicht danach aus, Minsk liegt im Westen auf Rang 11 von 12 Teams. Nun möchte man wenigsten den Spengler Cup gewinnen, wobei Gontscharow relativiert: ''Alle Mannschaften sind Favoriten, jede kann das Turnier gewinnen.''

Ville Peltonen als grosser Bekannter

Als neuer Trainer wurde vor der Saison der Kanadier Glen Hanlon verpflichtet, der in Weissrussland beinahe Heldenstatus besitzt: 2006 erzielte er als weissrussischer Nationaltrainer mit dem 6. Rang an der Weltmeisterschaft den grössten Erfolg in der Geschichte des weissrussischen Eishockeys. Mittlerweile hat allerdings Alexander Andrijewski das Zepter übernommen, Hanlon büsste für den schlechten Saisonstart.

Nach einer Saison bei Jokerit Helsinki doppelte er an der diesjährigen Weltmeisterschaft in der Schweiz mit einem guten 8. Rang nach. Für Aufsehen sorgte insbesondere der Transfer der drei Finnen Vännänen, Peltonen und Jokela. Die beiden Verteidiger Ossi Vännänen und Mikko Jokela haben beide in der NHL bei den Vancouver Canucks gespielt. Der durch sein dreijähriges Engagement beim HC Lugano in der Schweiz bekannte Ville Peltonen stürmte zuletzt drei Saisons für die Florida Panthers. In der aktuellen KHL-Saison lief es Peltonen bisher allerdings überhaupt nicht nach Wunsch, nur 3 Tore erzielte er in 33 Spielen.

Goalie Mezin als Attraktion

Die hochdotierte Hintermannschaft von Dynamo Minsk wird ergänzt durch weitere Neuzuzüge wie Nationalspieler Aleksandr Rjadinskij, den Kanadier Duvie Westcott sowie die bereits in der Vorsaison zu Dynamo gestossenen Josef Boumedienne und Martin Sevc. Letzterer war zuvor beim schwedischen Spitzenverein Färjestads BK tätig und hatte 2007 ein kurzes Gastspiel in Basel.

Der weissrussische Nationaltorhüter Andrej Mezin, der 2006 und 2009 jeweils zum besten Torhüter der Weltmeisterschaft gewählt wurde, stösst von KHL-Konkurrent Metallurg Magnitogorsk zu Dynamo Minsk.

Präsident in Eishockey-Montur

Auch der ''neue'' Sturm lässt die Minsker auf etwas mehr Torerfolge als im Vorjahr hoffen: Neben Peltonen wurden die Kanadier Geoff Platt vom finnischen Ilves Tampere und der NHL-erfahrene Byron Ritchie von Servette Genf verpflichtet.

Diese Aufrüstung hat ihren Preis - der sich Dynamo Minsk offensichtlich leisten kann: Als einziger KHL-Teilnehmer Weissrusslands ist er das Aushängeschild des Landes, in dem Eishockey der Sport Nummer eins ist. Selbst Präsident Aleksandr Lukaschenko lässt sich gerne von Journalisten in Eishockey-Montur ablichten. ''Wir werden von der Regierung und von der Bevölkerung unterstützt'', erklärt Vizepräsident Gontscharow.

Dabei konnte der Minsker Traditionsverein in seiner Geschichte erst wenige Erfolge feiern. Der 1946 als Torpedo Minsk gegründete Club wechselte alle paar Jahre die Organisationsstruktur und trat unter sozialistischen Namen wie ''Arbeit Minsk'' oder ''Rote Fahne Minsk'' auf. Die grössten Erfolge feierte der Verein zwischen 1977 und 1993 unter dem Namen Dynamo Minsk, als man neun Saisons in der höchsten Liga der Sowjetunion spielte.

In der KHL zum Topteam reifen

Der Zusammenbruch der Sowjetunion beendete diese Phase, der Verein ging in private Hände über und nannte sich fortan Tiwali. Bis 1996 durfte sie noch in der russischen Liga mitspielen, danach trat man nur noch in der deutlich weniger attraktiven weissrussischen Liga auf, in der immerhin vier Meistertitel gewonnen wurden. 2001 musste Tiwali allerdings Insolvenz anmelden.

2004 schliesslich kam es auf Initiative des weissrussischen Eishockeyverbandes zur Auferstehung von Dynamo Minsk, die 2005 und 2006 den weissrussischen Pokal sowie 2007 die Meisterschaft für sich entscheiden konnte. Ein Meilenstein war die Aufnahme in die russische KHL 2008 - die neue Saison soll nun den Aufstieg zum europäischen Spitzenteam bringen.

Prognose: Rang 1

Es ist das erklärte Ziel der Weissrussen, den Final zu bestreiten - unter anderem auch deshalb, weil sie dann direkt zum nächsten Auswärtsspiel fliegen würden und nicht noch einen Stopp in Minsk einlegen müssten. Das Potential ist riesig, stellt die Equipe doch den Stamm der starken weissrussischen Nationalmannschaft. Die Hockey-Begeisterung im Land ist riesig, die WM 2014 wirft bereits ihre voraus. Ein topmotiviertes Team voller Talent - die Folge ist der Spengler-Cup-Sieg!

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