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Teamcheck: Gelingt den Adlern die erstmalige Finalquali?

Die Adler Mannheim sind Rekordmeister der DEL und einer der beliebtesten Vereine Deutschlands: Regelmässig strömen über 10'000 Zuschauer in die moderne SAP-Arena. Am Spengler Cup konnten sie sich in vier Teilnahmen bisher aber noch nie für den Final qualifizieren.

In der Meisterschaft erfolgreicher als beim Spengler Cup

Ende der 90er-Jahre dominierten die Mannheimer Adler die Deutsche Eishockey Liga nach Belieben: Fünf Meistertitel resultierten aus der erfolgreichsten Zeit des Vereins, 2007 kam ein weiterer dazu.

An vier Spengler Cup-Teilnahmen blieben den Badenern solche Erfolge bisher verwehrt: Bei der ersten Teilnahme 1991 gingen alle vier Spiele verloren. 1997 und 2007 machten die Adler eine deutlich bessere Figur und verpassten die Finalqualifikation jeweils nur mit viel Pech: Beide Male resultierte ein dritter Rang, punktgleich mit dem Tabellenzweiten. 2001 konnte man einzig gegen Sparta Prag einen Sieg erringen.

Ziel: Top3

Dieses Jahr bekommen die Adler eine neue Chance. In Mannheim bleibt man aber bescheiden. «Ein Platz unter den ersten Drei wäre ein toller Erfolg», findet Sportchef Marcus Kuhl angesichts des starken Teilnehmerfelds. Für die Adler hat das Turnier einen hohen Stellenwert: Bereits am Rande der Weltmeisterschaft in der Schweiz einigte man sich mit Turnierchef Fredy Pargätzi über die Teilnahme - was notwendig war, um rechtzeitig die DEL-Spiele der Altjahreswoche zu verlegen.

Publikumsliebling Fred Brathwaite

Mit den Adlern kommen einige bekannte Gesichter zurück nach Davos: Die beiden Neuzuzüge Yannick Seidenberg und Mario Scalzo nahmen in den letzten Jahren mit Ingoldstadt und dem Team Canada am Spengler Cup teil. Trainer Doug Mason war in der Saison 2001/02 beim EV Zug engagiert, Justin Papineau 2007/08 der beste Scorer des EHC Basel und Verteidiger Pascal Trepanier waren einst in der NLB bei Biel tätig.

Star der Mannschaft und Publikumsliebling ist aber Fred Brathwaite. Der 37-jährige Torhüter hat bereits 255 Einsätze in der NHL hinter sich und spielte danach drei Jahre in der russischen Liga. Mit Ak Bars Kasan konnte er 2006 den russischen Meistertitel gewinnen. Vor elf Jahren machte er am Spengler Cup im Tor des Team Canada eine gute Figur und trug entscheidend zu dessen Turniersieg bei.

Offensiv verstärkt

In der Offensive konnten sich die Mannheimer im Sommer entscheidend verstärken: Mit dem Duo Nathan Robinson und Scott King sicherten sie sich die Dienste von zwei der erfolgreichsten Scorer der DEL. Robinson hatte bereits 2007 mit den Adlern den deutschen Meistertitel gewonnen und bewies ein gutes Näschen, als er darauf zu den Eisbären Berlin wechselte: Mit seinem neuen Verein gewann er 2008 und 2009 zwei weitere Titel.

Seine Rückkehr nach Mannheim weckt Hoffnungen bei den Fans, denn abgesehen vom Meistertitel 2007 konnte man in den letzten Jahren kaum an die Erfolge der späten 90er Jahre anknüpfen, meist waren die Adler im oberen Mittelfeld klassifiziert. Für die aktuelle Saison ist die Zielvorgabe weniger bescheiden als am Spengler Cup: ein Platz unter den besten Drei in der Regular Season und in den Playoffs die Finalqualifikation. Momentan liegen die Adler auf Rang vier, drei Punkte von Rang zwei entfernt. Das Ziel ist also nach wie vor realistisch.

Kurioses aus der Geschichte

Die Geschichte der Mannheimer Adler ist an Kuriositäten reich. 1938 als Mannheimer Eis- und Rollsport-Club gegründet, stiess man bereits 1942 zum ersten Mal ins deutsche Meisterschaftsfinale vor - dies allerdings nur, weil der Halbfinalgegner mitten im Weltkrieg nicht zum Spiel gegen Mannheim antreten konnte. Der Weltkrieg verhinderte auch einen ersten deutschen Meistertitel: Nachdem Propagandaminister Goebbels den «Totalen Krieg» erklärt hatte, wurde auch das Meisterschaftsfinale abgesagt.

Längstes Spiel der Geschichte

Zu mehr Spielpraxis kamen die Mannheimer am 22. März 2008, als sie im Play-off-Viertelfinal gegen die Kölner Haie einen Europarekord für das längste Eishockey-Spiel aufstellten. Möglich wurde dies durch eine Regeländerung im deutschen Eishockey, wonach Verlängerungen bis zum Golden Goal ausgetragen werden. Im Spiel der Adler gegen Köln war dies erst nach 168 Minuten und 16 Sekunden der Fall - die Haie trafen zum 5:4.

Finanzielles auf und ab

Zweimal stand der Mannheimer Eishockeyclub bereits kurz vor dem Abgrund. Anfangs der 90er-Jahre spielte der damalige Mannheimer ERC eher mittelmässig in der deutschen Bundesliga und häufte einen Schuldenberg an, der bis im Frühling 1994 auf 8 Millionen Mark gewachsen war. Nur dank Massnahmen wie dem Verkauf der besten Spieler und drastischen Gehaltkürzungen konnte der Verein gerettet werden, der ab der folgenden Saison als Adler Mannheim in der neu gegründeten DEL antrat.

Dort sorgte man bald für Furore und gewann vier Meistertitel innerhalb von fünf Jahren. Nach dem letzten davon im Jahr 2001 musste der Stammverein Mannheimer ERC aufgrund von Insolvenz aufgelöst werden, der Eishockey-Spielbetrieb konnte aber unter anderem dank Mäzen Dietmar Hopp gerettet werden. Dieser war auch massgeblich am Bau der neuen SAP-Arena beteiligt, die 2004 eröffnet wurde. Das neue Eisstadion löste in Mannheim grosse Begeisterung aus, mit durchschnittlich 11'756 Zuschauern hatten die Adler in der vergangenen Saison europaweit am drittmeisten Fans.

Prognose: Platz 4

Zu einer erstmaligen Finalqualifikation wird es auch bei der fünften Teilnahme der Adler in Davos nicht reichen, dazu sind die anderen Mannschaften einfach zu stark besetzt. Mannheim hat sich zwar u.a. mit dem Schweizer Nordamerikalegionär Daniel Steiner verstärkt, aber insgesamt sind sie vor allem in der Defensive zu anfällig für Gegentore, das zeigt auch ein Blick auf die heimische Liga, in welcher sie in 31 Spielen schon 96 Gegentreffer einstecken mussten. Zudem spricht auch der Spielplan gegen die Deutschen - sie müssen gleich viermal hintereinander antreten, da sind nicht immer Topleistungen möglich.

Hinweis: Beim Spengler Cup wird die sport.ch-Redaktion vor Ort berichten: Interviews, Storys, Vorschauen, ''Three Stars'', Analysen und Video-Interviews mit Spielern und Promis. Dazu bieten wir natürlich wie immer jedes Spiel live im kommentierten Ticker an.

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ERGEBNISSE
Minsk - Davos2:3
Canada - Karlovy7:6 n.P.
Davos - Karlovy5:3
Mannheim - Minsk1:2
Karlovy - Mannheim1:2 n.P.
Canada - Davos6:2
Mannheim - Canada5:2
Karlovy - Minsk0:8
Minsk - Canada4:3
Davos - Mannheim3:1
Final:
Davos - Minsk1:3
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