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Wenn die Arbeit zum Dessert wird
Wenn die Arbeit zum Dessert wird
Gregor Niedermaier: «Ich wünsche mir tollen Sport, tolle Stimmung und keine groben Verletzungen.»

Gregor Niedermaier ist für den Spengler Cup und den gesamten Hockey Club Davos eine unverzichtbare Person und trotzdem ist jeder froh, wenn der Sportarzt nicht allzu viel zu tun hat. Dieser Fall tritt aber nur ein, wenn alle gesund sind und es keine Verletzungen gibt.

Der 47-jährige Gregor Niedermaier ist als Turnierarzt des Spengler Cup nebst dem HCD in erster Linie für die vier Gästeteams zuständig und stets die erste Ansprech-person in medizinischen Fragen. Wenn sich ein Spieler verletzt oder erkrankt, kümmert sich der Sportmediziner um Medikamente oder eine schnelle und vereinfachte Untersuchung im Spital Davos. Mit dem Amt des Klubarztes des HC Davos ist Niedermaier auch eine Vertrauensperson für den gesamten Verein und leistet eine 24-Stunden-Betreuung.

«Auf dem linken Fuss erwischt»

Zum fünften Mal wird der gebürtige Luzerner bei der diesjährigen Austragung des Spengler Cup die Verantwortung im medizinischen Bereich tragen. Dass Niedermaier dieses Amt übernommen hat, ergab sich eher zufällig, oder wie er mit einem Lächeln sagt: «Ich wurde auf dem linken Fuss erwischt.»
In der Tat entstand die Verbindung zum Eishockey eher durch Zufall. Sportlich war Niedermaier früher mit der Fliegerei und der Leichtathletik verbunden. Doch wie kam es zum Engagement im Eishockey? «Ich kannte Beat Villiger, meinen Vorgänger, schon länger. Noch während ich die Ausbildung zum Sportmediziner absolvierte, übernahm ich die Stellvertretung von Villiger beim HC Davos, als er nach Bad Ragaz berufen wurde», so Niedermaier. Die Dinge nahmen ihren Lauf und vom Platzarzt wurde er zum Turnierarzt und bald auch zum HCD-Vereinsarzt.

Russen vertrauen dem Davoser Ärzteteam

Für Niedermaier ist der Spengler Cup ein äusserst spannender Anlass, bei dem er die Verknüpfung verschiedener Sparten interessant findet. Einerseits fasziniert ihn die Verbindung zwischen Sport und Medizin, andererseits die grosse Plattform um Kontakte mit verschiedensten Leuten zu pflegen und neue Beziehungen zu knüpfen.
Der Austausch mit den Gästemannschaften bedeutet Gregor Niedermaier viel. Die Unterschiede zwischen den Nationen seien interessant zu beobachten. Während die Kanadier weitgehend autonom agieren, legen gerade russische Teams grossen Wert auf die Meinung der Davoser Ärzte-Crew. «Es geht sogar so weit, dass Russen manchmal verletzte Spieler, die nicht einsatzfähig sind, mit nach Davos bringen, nur um sie bei uns untersuchen zu lassen», erklärt Niedermaier das aussergewöhnliche Verhalten. Dieses Vertrauen in sein Team betrachtet er als Kompliment für die ge-leistete Arbeit.

Hoffen auf keine schlimmen Verletzungen

«Ich wünsche mir tollen Sport, tolle Stimmung und keine groben Verletzungen», äussert der Turnierarzt seine Wünsche für das Turniers. Am meisten freut sich Nieder-maier jedoch auf die Arbeit an der Bande während der Spiele und bezeichnet dies selbst als «Dessert». Der Nachtisch wird jedoch erst richtig schmecken, wenn Niedermaier nur kleine Verletzungen zu behandeln hat. Denn in diesem Fall kann er seine Zufriedenheit mit allen teilen, die das Eis gesund verlassen.

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