09.12.2009
Davos wappnet sich gegen die Schweinegrippe

Eishockey sind hart im Nehmen
Der Hockey Club Davos und das Spengler Cup-OK tragen Verantwortung und impfen sich im Plenum gegen die Schweinegrippe. Und dies obwohl die Eishockeyaner normalerweise Spritzen nicht mögen.
Gregor Niedermaier, Teamarzt des Hockey Club Davos und Turnierarzt des Spengler Cup, befürchtet, dass sich die Schweinegrippe in den kommenden Wochen durch die Kälte und den Touristenstrom in Davos noch ausweitet. Zudem hat er Respekt vor einer Mutation des Virus, das dadurch noch gefährlicher würde: «Um dieses Problem
zu verhindern, ist es wichtig, dass sich möglichst viele Menschen impfen lassen.»
HC Davos geschlossen zur Impfung
Deshalb sprach Gregor Niedermaier nach dem Meisterschaftsspiel gegen den SC Bern mit den Spielern des Hockey Club Davos und munterte sie zur Impfung auf. Dies aus Solidarität gegenüber allen Spielern mit Schwangeren Frauen und Kleinkindern. Das Auswärtsspiel bei Genf-Servette stand an und damit eine Reise, die lange Diskussionen ermöglichte. Nach dem Spiel trat das Team inklusive Staff praktisch geschlossen zur Impfung an. «Die Geschlossenheit vom 18-jährigen Nachwuchsspieler bis zu den Familienvätern hat mich überrascht und gleichzeitig auch sehr gefreut», so Niedermaier.Er weiss, dass sich viele wegen der befürchteten Nebenwirkungen und «weil sich Eishockeyspieler nicht gerne stechen lassen», überwinden mussten.
Niedermaier selber befürchtete, dass die Impfung Leistungseinbussen zur Folge haben könnte. Normalerweise wird dies dadurch umgangen, dass sich die Spieler gegen die saisonale Grippe vor der Nationalmannschaftspause impfen lassen. Doch Leistungseinbussen waren schliesslich kaum zu sehen. Appell an die Fans Spieler und Staff sind durch die Impfung zu 90 Prozent vor der Schweinegrippe geschützt. Nun hoffen sie, dass sich auch die Fans impfen lassen, damit die Schweinegrippe beim Spengler Cup nicht zum Thema wird.
Wichtig sei es, so Niedermaier, die allgemeinen Hygienemassnahmen zu befolgen und bei einer Erkältung eine Maske zu tragen. Wie in der Ukraine öffentliche Versammlungen oder Sportanlässe abzusagen, sei derzeit
in der Schweiz kein Thema. «Doch dies kann sich leider schnell ändern», so Niedermaier. In Chur liegen 100'000 Masken, die im Besitz des Kantons Graubünden sind. Sollte am Spengler Cup Maskenpflicht bestehen, wird das Spengler Cup-OK auf diesen Vorrat zurückgreifen können.