27.12.2008
Karlovy schiebt Ingolstadt zur Seite

Sinnbildlich: Ingolstadts Sasa Marttnovic wird von Karlovys Kamil Cerny zur Seite geschoben.
Der deutsche Vertreter am diesjährigen Spengler Cup gab ein enttäuschendes Debüt. Nach zwei Dritteln stand es zwar immer noch 1:1, die Tschechen waren allerdings überlegen und das zeigte sich am Schluss mit dem 5:2 Endresultat.
17 Stunden nach der 1:3-Niederlage gegen das Team Canada siegte Karlovy Vary beim Spengler Cup ein erstes Mal. Die Tschechen bezwangen den deutschen Vertreter Ingolstadt 5:2. Die entscheidenden Tore schoss Karlovy innerhalb von drei Minuten.
Bis zur 45. Minute hielt der 13. der DEL mit dem tschechischen Playoff-Finalisten der letzten Saison einigermassen mit. Das 1:1 von Daniel Steiner, der beim Ausgleich von einem Lapsus des Vary-Keepers Sablik profitierte, täuschte aber. Im Duell der Turnier-Debütanten bestimmte Karlovy das Geschehen. Die Entscheidung erzwangen die Osteuropäer im Schnellverfahren. Innerhalb von 180 Sekunden erhöhten sie auf 4:1.
Reznicek verzögerte den Abschluss geschickt und überlistete Jimmy Waite in der 45. zum 2:1. Den schönsten Angriff des Nachmittags schloss Melenovsky nach einer wunderbaren Kombination mit dem mitstürmenden Skladany ab. Eine eher dezente Rolle spielte (trotz des Tores) der mit vier Schweizern gebildete Verstärkungsblock. (Si)
STIMMEN ZUM SPIEL
Michael Dobron, zum Best Player von Karlovy Vary gewählt, meinte, dass Ingolstadt als Gegner recht ähnlich wie gestern Team Canada gewesen sei. ''Ein Schlüssel zum Sieg war, dass wir disziplinierter als gestern gespielt haben. Wir haben uns darauf eingestellt, dass die Schiedsrichter hier viel mehr (vor allem Stockfouls) pfeiffen als in unserer Liga.''
Warum fielen plötzlich so viele Tore im letzten Drittel? ''Wir haben viel geschossen und sind auf die Nachschüsse gegangen. Es führte zum Erfolg, dass wir im letzten Drittel einfach mehr Druck machten.''
Stephan Daschner, Verteidiger aus der zweiten Linie von Ingolstadt: ''Das erste Drittel war ausgeglichen, wir sogar etwas besser, da haben die Karlsbader aber vielleicht auch noch geschlafen. Ab der 30. Minute waren wir nicht mehr genug konsequent. Warum dann gleich eine solche tschechische Torlawine losbrach, ist schwer zu sagen. Vielleicht haben wir uns zu sehr aufgegeben.'' (hlr)
Karlovy Vary - Ingoldstadt 5:2 (0:0, 1:1, 4:1)
Vaillant Arena. -- 6668 Zuschauer. -- SR Prugger/Stricker, Kohler/Müller. -- Tore: 32. Dobron (Kumstat) 1:0. 36. Steiner (Lemm, Martinovic/Ausschluss Sarault!) 1:1. 45. Reznicek (Dobron/Ausschluss Milroy) 2:1. 48. (47:10) Melenovsky (Skladany, Pech) 3:1. 48. (47:59) Zatovic (Zucker) 4:1. 58. (57:10) Pech (Skladany) 5:1. 58. (57:58) Seidenberg (Rourke) 5:2 -- Strafen: je 6mal 2 Minuten.
Karlovy Vary: Sablik; Dobron, Reznicek; Nemec, Prosek; Cerny, Duben; Mudroch, Schmidt; Kumstat, Skuhravy, Kostal; Melenovsky, Pech, Skladany; Zucker, Dej, Zatovic; Jan Bauer, Jakub Bauer, Rohan.
Ingolstadt: Waite; Draxinger, Rourke; Muir, Daschner; Holland, Martinovic; Kobach; Greilinger, Seidenberg, Milroy; Keith, Goddall, Waginger; Roethke, Sarault, Boucher; Steiner, Lemm, Setzinger.
Bemerkungen: 48. Timeout von Ingolstadt.