27.12.2008
Davoser Prügel für Team Canada?

Yves Sarault: Er spielt nicht mehr für Team Canada, nicht mehr für Davos, sondern neu für Ingolstadt
Der erste Tag des Spengler Cups ist vorüber und schon stehen zwei Teams unter Druck: Karlovy Vary sowie der HCD brauchen dringend einen Sieg. Zwei Akteure stehen heute im sport.ch-Fokus: Yves Sarault und Leonardo Genoni...
Karlovy Vary - Ingolstadt: Aussenseiter unter sich
Beim Duell zwischen dem HC Energie Karlovy Vary und dem ERC Ingolstadt ist eine Vorhersage schwer möglich, gelten doch beide als krasse Aussenseiter auf einen Finalplatz. Nach der 1:3-Niederlage gegen das Team Canada heisst es für den HC Energie - wie für den HC Davos - ''verlieren verboten''. Das DEL-Team aus dem Südosten der Bundesrepublik war gestern spielfrei und kann völlig unbeschwert und erholt ins Turnier starten - der Druck liegt also ganz auf Seiten der Tschechen.
In die heimische Meisterschaft sind die Deutschen, die letztes Jahr erst zum zweiten Mal seit der Einführung (2002/03) die Playoffs verpassten, mit nur einem Sieg aus acht Partien katastrophal gestartet. Mit mittlerweile 13 Siegen aus 34 Partien haben sie sich zwar etwas gefangen, liegen aber weiterhin einige Punkte hinter den Playoff-Plätzen zurück.
Der Spengler Cup dürfte also eine willkommene Abwechslung zum tristen Liga-Alltag darstellen; und wenn man schon an diesem Turnier, an dem man traditionellerweise nichts zu verlieren hat, teilnehmen darf, dann will man natürlich auch in den Final.
In der Schweiz bekanntester Akteur ist sicherlich Yves Sarault, der sein Comeback auf Schweizer Eis geben wird. Der Ex-Davoser, der in der Schweiz auch schon bei Genf spielte, mit Bern Meister wurde und mit Basel abstieg, geniesst seinen Karriereabend nun in Ingolstadt. Verstärkt wird das deutsche Team von den in der NLA engagierten Setzinger (AUT), Kobach und Steiner (alle SCL Tigers), sowie dem Neo-Luganesi Romano Lemm.
RESULTATTIPP KARLOVY VARY - INGOLSTADT:
Die tschechische Equipe aus Karlsbad nutzt den Angwöhnnungsvorteil an die Bündner Bergluft zu ihren Gunsten und kommt zu einem überraschend deutlichen 4:1-Sieg, welcher sie weiter vom Final träumen lässt.
Team Canada - Davos: Bündner Schicksalsspiel
Die Bündner dürften es dabei ungleich schwerer haben, steht doch der Klassiker gegen das gestern siegreiche Team Canada (3:1-Sieg gegen HC Energie Karlovy Vary) an. Ohne Punktgewinn gegen den Topfavoriten dürfte das Turnier für den Gastgeber zu Ende sein, bevor es richtig begonnen hat; allerdings genügt wohl auch ein Punktgewinn (Niederlage nach Verlängerung oder Penaltyschiessen) nicht, um die Erwartungen erfüllen zu können. Sicher ist: Es wird einen grosse Leistung von Keeper Leonardo Genoni brauchen, um die zwei Punkte einzufahren. Dies ist dem Youngster durchaus zuzutrauen, bewies er doch bei manchem wichtigen NLA-Spiel seine mentale Stärke und hielt auch im Startspiel stark.
''Wir müssen die Kanadier jetzt schlagen, sonst ist das Turnier für uns vorbei'', ist sich auch HCD-Stürmer Peter Guggisberg bewusst. "Die Spieler sind in der NLA bekannt; das sind alles gute Spieler. Klar ist, dass wir viel Tempo machen müssen, denn läuferisch könnten wir Vorteile haben. Und wichtig wird sein, dass wir das 1:0 machen und nicht von Beginn weg dem Resultat hinterherlaufen", so der HCD-Stürmer weiter. Was einfach klingt, dürfte umso schwerer werden, ist das kanadische Teams doch mit den besten Skorern der europäischen Ligen und der AHL bespickt.
RESULTATTIPP TEAM CANADA - DAVOS:
Der HCD ist zwar topmotiviert und hat das Team Canada in den vergangenen Jahren oft bezwungen, heuer wird es jedoch zu keinem Sieg reichen. Am Schluss setzt sich das Team Canada in einem knappen Spiel gegen einen verstärkten HC Davos mit 4:3 nach Verlängerung durch.
Von Luca Spillmann