31.12.2007
Kanada gewinnt zum elften Mal

Curtis Murphy hext Kanada zum elften Spengler Cup Titel.
Der 81. Spengler Cup geht an das Team Canada. Die Kanadier gewannen den dramatischen Final gegen den unglücklich agierenden HC Salavat Yulaev Ufa dank Toren von Kirby Law und Ryan Keller mit 2:1.
Nachdem das Team Canada in den letzten zwei Jahren im Final gescheitert war, ist der Spengler-Cup-Siegerpokal erstmals seit 2003 wieder in den Händen der Nordamerikaner, die das Turnier zum elften Mal seit 1984 gewonnen haben.
Die Kanadier sind verdienter Spengler-Cup-Sieger, weil sie das Turnier ungeschlagen beendeten. Mit Curtis Joseph hatten sie im Final den besten Spieler in ihren Reihen. Der NHL-Superstar bewies, dass er auch mit 40-Jahren noch einer der besten Eishockeygoalies ist. Schon in der dritten Minute parierte er gegen Igor Volkov und Miroslav Blatak mirakulös. Und auch in der Schlussphase, als die Russen auf den Ausgleich drängten, blieb Joseph der ruhende Pol in der kanadischen Hintermannschaft. Die letzte gute Chance Ufas durch Andrey Sidyakin vereitelte er in der 56. Minute. Insgesamt wehrte Joseph 38 Schüsse auf sein Tor ab, sein Gegenüber Alexander Eremenko wurde nur mit 19 Schüssen konfrontiert.
Für den Leader der russischen Superliga, hätte die Partie schlechter kaum verlaufen können. Es begann damit, dass Konstantin Koltsov in der vierten Minute nur den Pfosten traf. Für grosse Aufregung sorgte das Führungstor von Kirby Law in der 27. Minute. Eremenko hatte die Scheibe blockiert, doch das skandinavische Schiedsrichterduo Levonen/Vinnerborg unterbrach das Spiel nicht, ehe Law im Nachsetzen erfolgreich war. Der russische Nationalgoalie konnte sich nach dieser Szene zurecht kaum mehr einkriegen. Er war wohl auch drei Minuten später noch nicht ganz bei der Sache, als er nach einem Schuss von Ryan Keller den von der Bande zurückgeprallte Puck mit dem Schoner ins eigene Gehäuse beförderte. Die Kanadier gingen dadurch nur 40 Sekunden nach dem Ausgleich von Alexander Perezhogin wieder in Führung.
Auch der Final war - wie alle Spiele am 81. Spengler Cup - geprägt von einer enorm kleinlichen Regelauslegung. 19 Zweiminuten-Strafen wurden insgesamt verteilt, was besonders dem Team Canada zu Gute kam, auch wenn das ansonsten so starke kanadische Powerplay im Final keine Tore brachte. Im fünften Turnierspiel innert fünf Tagen und dem zweiten innert 16 Stunden schmerzten Ufa die vielen Minuten in Unterzahl jedoch doppelt. Das Mammutprogramm, das der russische Leader in den letzten Tagen zu absolvieren hatte, machte sich denn durch viele Ungenauigkeiten und Unkonzentriertheiten bemerkbar. Es gelang dem HC Salavat Yulaev im Final nicht mehr, mit hohem Tempo zu wirbeln und sich scheinbar leicht und locker durch die gegnerischen Reihen zu kombinieren. Die Kanadier trugen aber ihren Teil dazu bei, indem sie defensiv enorm kompakt standen und Ufa gar nicht zur Entfaltung kommen liessen.
Bernhard Camenisch
Team Canada - HC Salavat Yulaev Ufa 2:1 (0:0, 2:1, 0:0)
Vaillant Arena. - 7146 Zuschauer (ausverkauft). - SR Levonen (FIN), Vinnerborg (SWE); Arm, Wirth.
Tore: 27. Law (Gamache) 1:0. 30. (29:25) Perezhogin 1:1. 31. Keller (Sarault/Eigentor Eremenko) 2:1.
Strafen: 10-mal 2 Minuten gegen das Team Canada. 9-mal 2 Minuten gegen Ufa.
Team Canada: Joseph; Tremblay, Giordano; Murphy, Heins; Benoit, Jackmann; Siklenka; Law, Aubin, Gamache; Vigier, Green, McTavish; Pecker, Chouinard, Pittis; Keller, Murray, Sarault.
Ufa: Eremenko; Philipp, Kirill Koltsov; Tverdovsky, Blatak; Kuteykin, Proshkin; Boykov, Chernov; Perezhogin, Tereshenko, Chistov; Antipov, Mikeska, Konstantin Koltsov; Sidyakin, Taratukhin, Nurtdinov; Shkotov, Medvedev, Volkov.
Bemerkungen: Pfostenschüsse: 4. Konstantin Koltsov, 24. Green. - Ufa ab 59:45 ohne Torhüter, mit zusätzlichem Feldspieler.
Die besten Spieler: Curtis Joseph (Team Canada). Alexander Perezhogin (Ufa).