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Beendet Karlovy Vary die tschechische Durststrecke?

Seit 1982 warten die tschechischen Vertreter auf einen Sieg am Spengler Cup. Dieses Jahr stehen die Chancen dazu nicht schlecht: Mit Energie Karlovy Vary nimmt der amtierende tschechische Meister teil, der eine der besten Hintermannschaften Europas besitzt.

Macht aus dem Osten

In den 60er- und 70er-Jahren dominierten tschechoslowakische Mannschaften den Spengler Cup: Zwischen 1962 und 1978 ging der Pokal zehn Mal in die Tschechoslowakei, Mannschaften wie Dukla Jihlava oder Slovan Bratislava hinterliessen in Davos einen bleibenden Eindruck. Seit den 80er-Jahren hinken sie aber ihrem damaligen Erfolg nach, zuletzt konnte Dukla Jihlava 1982 den Cup gewinnen.

Mittlerweile Kanonenfutter

Die politische Wende von 1989 bedeutete auch eine Wende für das tschechische Eishockey: Die besten Spieler durften nun in die weit lukrativere NHL wechseln, die einheimischen Mannschaften dadurch international nicht mehr dominieren. Im Gegenteil: Seither schaffte es nur Sparta Prag mit seiner Finalqualifikation 2004, als tschechische Mannschaft am Spengler Cup über die letzten zwei Plätze hinauszukommen.

Verbesserung angestrebt

Auch der HC Energie Karlovy Vary, der letztes Jahr zum ersten Mal am Turnier in Davos teilnahm, vermochte mit seinem vierten Rang daran nichts zu ändern. In Karlsbad setzt man alles daran, dass es dieses Jahr klappt: «Wir wollen uns auf jeden Fall zumindest gegenüber dem Vorjahr verbessern», nimmt sich Sportchef Bronislav Pisa vor. Bescheidener sind die Ambitionen des tschechischen Meisters in der heimischen Extraliga: Als Zielvorgabe wurde nur die Direktqualifikation für die Play-offs erklärt (dazu ist in Tschechien mindestens der sechste Rang nötig) - «danach schauen wir mal», so Pisa.

Für die fernere Zukunft hat man sich mehr vorgenommen: Der HC Energie Karlovy Vary möchte als erster mitteleuropäischer Verein in die vorwiegend russische Kontinentale Hockeyliga (KHL) einsteigen. Bereits vor einem Jahr wurden die Weichen in diese Richtung gestellt, doch die Finanzkrise machte den Tschechen einen Strich durch die Rechnung: Die KHL musste auf eine grössere Erweiterung verzichten und konnte nur eine russische Mannschaft neu aufnehmen.

Ein überraschender Exploit

Der Beitritt zur wohl stärksten europäischen Liga wäre die Krönung des kometenhaften Aufstiegs, welchen der Verein aus dem westböhmischen Kurort Karlsbad hinter sich hat. 1932 als SK Slavia Karlovy Vary gegründet, dümpelte der Verein bis in die 90er-Jahre von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt in der zweiten oder dritten Liga der Tschechoslowakei. Höhepunkt der Vereinsgeschichte waren bis dahin einzig die Jahre 1951 bis 1956, als man in der obersten Liga mittun konnte und nicht selten über 10'000 Zuschauer an die Spiele pilgerten.

1989 nahmen sich die tschechischen Hockey-Koryphäen Miroslav Vanek und Ladislav Trubac des Vereins an - ersterer ist Karlsbad als Geschäftsführer bis heute erhalten geblieben - und stiegen mit ihm auf Anhieb in die 2. Liga auf. Mitte der 90er-Jahre klopfte Karlovy Vary mehrmals an die Tür der Extraliga, scheiterte aber Jahr für Jahr. Am knappsten und bittersten für Karlovy Vary in der Saison 1996/97: In der Barrageserie gegen Extraliga-Vertreter Slezan Opava verlor man die ersten drei Spiele, konnte die Serie mit einem Kraftakt aber ausgleichen - und verlor dennoch das letzte und entscheidende Spiel.

Fremdhilfe

Trotzdem mussten die Karlsbader Fans nun nicht mehr länger auf erstklassiges Eishockey warten: Der Verein erwarb die Extraliga-Lizenz von Olomouc, das sich aus finanziellen Gründen zurückzog. In der Extraliga etablierte sich Karlovy Vary vorerst nur als Kellermannschaft: Bis 2006 erreichte man nie eine bessere Platzierung als den zehnten Rang, immerhin stieg der Verein nicht mehr ab. In der Saison 2007/08 gelang Energie Karlovy Vary dann plötzlich ein überraschender Exploit: Mit dem vierten Rang in der Regular Season gelang erstmals die Qualifikation für die Playoffs - und bei der ersten Playoff-Teilnahme gleich der Einzug ins Final. Dieser ging zwar gegen Slavia Prag verloren, doch in der vergangenen Saison bot sich Karlovy Vary die Chance erneut, erstmals den Meistertitel zu gewinnen. Dieser wurde nach einem überzeugenden 4:2 in der Serie gegen Slavia Prag Wirklichkeit.

Hinten wasserdicht

Eines der Rezepte des Karlsbader Erfolgs ist die starke Hintermannschaft: Mit Torhüter Mensator, der wie die Verteidiger Jakub Cutta und Ondrej Nemec schon oft in der Nationalmannschaft zum Einsatz kam, verfügt Energie über einen guten Rückhalt. Cutta greift zurück über mehrjährige Erfahrung in verschiedenen nordamerikanischen Ligen, unter anderem spielte er mit den Washington Capitals in der NHL. Gleich mit vier Hochkarätern wurde die Defensive verstärkt: Martin Paryzek kehrt nach einem zweijährigen Engagement bei den Ottawa Senators nach Tschechien zurück, aus der tschechischen Liga wurden Jan Mucha, David Hajek und Tomas Brnak verpflichtet.

Vorne nicht schwach

Doch auch im offensiven Bereich konnte Karlovy Vary zulegen. Neuzuzug Marke Hascak verfügt für seine 23 Jahre über bemerkenswert viel internationale Erfahrung aus den Ligen Kanadas, Lettlands und Weissrusslands. Er trifft auf schlagkräftige Partner im Sturm: Petr Kumstat, der vor einigen Jahren eigentlich als Verteidiger geholt wurde, entwickelte sich in Karlsbad zu einem der erfolgreichsten Torschützen der Liga. Kapitän Vaclav Skuhravy ist eine Leaderfigur, die schon seit 2002 bei Karlovy Vary und seit 2005 auch in der Nationalmannschaft für Furore sorgt.



Offizielle Homepage::

Nr. Name Position Nat. Alter Grösse Gewicht
51 Mensator Lukas G CZE 18.08.1984 175 cm 82 kg
2 Sablik Lukas G CZE 05.08.1976 190 cm 94 kg
21 Cutta Jakub D CZE 29.12.1981 192 cm 102 kg
65 Dobron Michal D CZE 29.09.1979 187 cm 107 kg
19 Loginov Alexander D RUS 18.02.1987 185 cm 85 kg
80 Kutlak Zdenek D CZE 13.02.1980 191 cm 100 kg
3 Mucha Jan D SVK 11.01.1984 179 cm 87 kg
63 Nemec Ondrej D CZE 18.04.1984 182 cm 87 kg
14 Paryzek Martin D CZE 23.03.1989 186 cm 84 kg
55 Prosek Roman D CZE 02.08.1980 179 cm 82 kg
44 Tribuncovs Atvars D LAT 14.10.1976 188 cm 100 kg
27 Dej Rastislav F SVK 12.09.1988 179 cm 88 kg
79 Hluchy Milan F CZE 13.01.1985 177 cm 87 kg
26 Kostal Jan F CZE 13.04.1980 184 cm 91 kg
16 Kristek Jaroslav F CZE 16.03.1980 184 cm 87 kg
11 Kubena Pavel F CZE 01.04.1988 178 cm 80 kg
46 Kumstat Petr F CZE 19.11.1981 197 cm 97 kg
5 Melenovsky Marek F CZE 30.03.1977 173 cm 78 kg
24 Palffy Zigmung F SVK 05.05.1972 179 cm 86 kg
23 Pech Lukas F CZE 19.09.1983 171 cm 74 kg
8 Pletka Vaclav F CZE 08.06.1979 175 cm 86 kg
34 Skuhravy Vaclav F CZE 16.01.1979 193 cm 105 kg
22 Zatovic Martin F CZE 25.01.1985 180 cm 82 kg
96 Zucker David F CZE 11.10.1987 176 cm 79 kg
29 Dmitry Zyuzin F RUS 21.10.1987 183 cm 85 kg

 Trainer
 Josef Palecek

TWITTER - @SPENGLERCUP
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Gruppe Cattini:
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Davos - Vitkovice2:1
Canada - Davos1:8
Pre-Semifinals:
Kloten - Vitkovice1:5
Canada - Wolfsburg2:3 n.P.
Semifinals:
Davos - Vitkovice4:2
Riga - Wolfsburg4:1
Final:
Davos - Riga3:2
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