Sportliches Fazit 66 Tage vor Turnierstart
21.10.2026, 10:00

Die Meisterschaften sind noch immer jung, doch die bisherigen Resultate liefern bereits Hinweise darauf, in welcher Verfassung die fünf europäischen Teilnehmer Ende Dezember nach Davos reisen könnten. Während sich einige Teams früh in der Spitzengruppe festgesetzt haben, suchen andere noch nach ihrem Rhythmus.
Die ersten Wochen der Meisterschaften zeigen unterschiedliche Ausgangslagen bei den fünf Spengler Cup-Teilnehmern. Ilves Tampere und Frölunda HC haben sich in der finnischen Liiga beziehungsweise der schwedischen SHL in der Spitzengruppe etabliert. Auch Adler Mannheim gehört in der DEL seit dem ersten Spieltag zu den vorderen Teams. Die SCL Tigers sorgen in der National League bisher für positive Schlagzeilen. Der Gastgeber HC Davos verzeichnete einen durchzogenen Saisonstart, zeigt nun aber klare Aufwärtstendenzen und setzte zuletzt mit dem Sieg gegen die bisher ungeschlagenen ZSC Lions ein Ausrufezeichen.
Am 21. Oktober 2026 lag Ilves mit 28 Punkten aus 15 Spielen auf dem 3. Tabellenplatz der Liiga. Nach einer Serie von sieben Siegen in Folge musste das Team zwar Rückschläge hinnehmen, verteidigte aber seinen Platz in der Tabellenspitze mit regelmässigen Punktegewinnen.
Besonders überzeugt Ilves mit einer vielseitigen Offensive. Herausragend ist der Kanadier Luke Henman, der bereits 19 Skorerpunkte gesammelt hat und derzeit der Liga-Scorerliste ist. Dahinter verteilen sich die Punkte auf zahlreiche weitere Spieler. So gehören der Tscheche Lukáš Jašek und Aleks Haatanen zu den offensiv auffälligen Akteuren. Auch die Verteidiger tragen ihren Teil zur Angriffskraft bei: Austin Strand hat acht, Tony Sund sogar bereits elf Skorerpunkte auf dem Konto. Diese offensive Beteiligung aus allen Mannschaftsteilen macht Ilves schwer berechenbar und zeigt, dass sich das Team nicht allein auf die individuelle Klasse eines einzelnen Torjägers verlassen muss.
Ebenfalls einen starken Saisonstart hat Frölunda in der schwedischen SHL hingelegt. Besonders bemerkenswert ist die Reaktion auf die erste Schwächephase: Nach sechs Siegen in Serie Anfang Oktober folgten drei Niederlagen, ehe sich die Göteborger mit drei Siegen gegen Linköping (3:0), Skellefteå (3:2) und Djurgården (6:2) zurückmeldeten. Anders als Ilves, das vor allem mit seiner breit verteilten Scorerproduktion auffällt, lässt sich bei Frölunda derzeit zusätzlich die Effizienz im Powerplay als konkreter Erfolgsfaktor hervorheben. Nach elf Spielen liegt Frölunda mit 25 Punkten auf Rang 2 hinter Färjestad.
Die Adler Mannheim haben sich auch in der neuen DEL-Saison in der Spitzengruppe festgesetzt. Am 21. Oktober liegen die Deutschen mit 20 Punkten aus elf Spielen auf Rang 3. Mit 37 erzielten Toren stellt Mannheim eine der offensiv produktivsten Mannschaften der Liga. Siege gegen Nürnberg und Straubing unterstreichen das Potenzial des Vizemeisters. Allerdings fehlt bislang noch die Konstanz: Auf überzeugende Auftritte folgten immer wieder Rückschläge. Die Adler gehören damit zwar erneut zu den Anwärtern auf die Spitzenplätze, haben aber noch nicht in jedem Spiel ihre Leistungsfähigkeit ausgeschöpft.
Die SCL Tigers gehören zu den positiven Überraschungen des Saisonstarts in der National League. Die Emmentaler überzeugten bisher mit einer offensiv starken und breit abgestützten Mannschaftsleistung. Mit vier Siegen in Folge, darunter einem klaren 5:1-Auswärtserfolg gegen Ambri-Piotta und einem 3:0 gegen die Rapperswil-Jona Lakers, setzten sie früh ein Ausrufezeichen. Zwischenzeitlich lagen die Langnauer auf Rang 2 und stellten gemeinsam mit den ZSC Lions die produktivste Offensive der Liga.
Am 21. Oktober standen die Tigers nach dem Auswärtssieg im Berner Derby gegen den SC Bern mit 22 Punkten aus 14 Spielen auf dem hervorragenden 4. Tabellenplatz und zeigen, dass sie vor ihrer ersten Teilnahme am Spengler Cup mit Selbstvertrauen und offensiven Qualitäten antreten dürften.
Der HC Davos ist mit einigen Startschwierigkeiten in die neue National-League-Saison gestartet. Nach dem Auftaktsieg gegen die SCL Tigers folgten mehrere Niederlagen, die den HCD zwischenzeitlich ans Tabellenende zurückwarfen. Danach gelang es den Davosern aber, sich mit Siegen gegen Ajoie, Kloten, Lugano und zuletzt auswärts gegen den bisher ungeschlagenen Leader ZSC Lions zu stabilisieren. Davos zeigte bei solchen Auftritten durchaus sein Potenzial, muss aber in den nächsten Wochen vor allem defensiv noch stabiler werden und seine Leistung über mehrere Spiele hinweg bestätigen.
Auch in der NCAA, aus der die Spieler für die U.S. Collegiate Selects rekrutiert werden, hat die Saison begonnen. Für eine seriöse erste Bilanz der bereits nominierten Spieler ist es noch etwas früh. Bis Mitte Oktober waren elf Akteure bekannt. Darunter sind Namen wie Brodie Ziemer, Captain der Golden Gophers, Verteidiger Evan Murr aus Minnesota, der letzte Saison 30 Skorerpunkte erzielte und auch Max Plante (Minnesota Duluth), der amtierende Hobey-Baker-Gewinner, der in der vergangenen Saison 52 Punkte in 40 Spielen erzielte, sowie der beste Torschütze 2025/26 der gesamten NCAA Division I Hayden Stavroff aus Dartmouth.
Text: Spengler Cup-Onlineredaktion Foto: Keystone






