Für Ilves, für Finnland, für die Liiga
1.10.2026, 10:00

Nach über 50 Jahren feiert der Traditionsverein Ilves Tampere beim kommenden 98. Spengler Cup sein Comeback in Davos. Die Finnen hatten zuletzt 1972 am Traditionsturnier teilgenommen. Bei dieser bisher einzigen Teilnahme belegten die «Luchse» den dritten Platz – hinter Slovan Bratislava und Torpedo Gorky, aber noch vor den Nationalmannschaften der Schweiz und Norwegens. Nur schon diese Fakten zeigen, es ist wirklich lange her seit der letzten Teilnahme von Ilves.
Heute ist Tampereen Ilves (finnisch für «Luchs») einer der traditionsreichsten und erfolgreichsten professionellen Eishockeyclubs Finnlands. Der 1931 gegründete Verein ist in Tampere beheimatet und trägt seine Heimspiele in der hochmodernen Nokia Arena mit Platz für 13'000 Zuschauer aus. Mit 16 nationalen Meistertiteln ist Ilves der zweiterfolgreichste Eishockeyclub Finnlands – hinter dem Lokalrivalen Tappara Tampere. Der Club dominierte das finnische Eishockey vor allem zwischen den 1930er- und 1960er-Jahren. Der bislang letzte Meistertitel in der finnischen Top-Liga, der heutigen Liiga, liegt allerdings bereits mehr als 40 Jahre zurück.
In den vergangenen Jahren hat sich Ilves wieder als nationaler und internationaler Spitzenclub etabliert. Der Klub nahm zuletzt viermal in Folge an der Champions Hockey League (CHL) teil und setzte dort in der vergangenen Saison ein Ausrufezeichen: Mit sechs Siegen aus sechs Spielen gewann Ilves die Regular Season und erreichte anschliessend den Viertelfinal. Für General Manager Timo Koskela sind die Auftritte auf internationalem Parkett immer auch etwas Besonderes: «Bei internationalen Wettbewerben vertreten wir nicht nur Ilves, sondern auch Finnland und die finnische Liiga. Unser Land und unsere Liga vertreten zu dürfen, ist für uns immer eine grosse Ehre. Wir wollen in diesen Partien auch den hohen Standard und die Qualität der finnischen Liiga zeigen.»
Auch in der Liiga hat sich Ilves in den vergangenen fünf Saisons konstant in der Spitzengruppe behauptet. Viermal erreichte das Team den Halbfinal, dreimal sicherte es sich die Bronzemedaille. Hinter dieser Entwicklung steckt ein langfristiger Plan, wie Timo Koskela erklärt: «Seit dem Besitzerwechsel unseres Clubs im Jahr 2017 arbeiten wir systematisch und langfristig daran, eine neue Grundlage für nachhaltigen Erfolg zu schaffen. Heute können wir mit Stolz und Freude sagen, dass wir jede Saison um den Erfolg mitspielen wollen. Wir sind überzeugt, dass es für Ilves in jeder Saison ein realistisches Ziel ist, in der finnischen Liiga erfolgreich zu sein.»
Was allerdings noch fehlt, sind Titel. Auf einen solchen wartet Ilves seit 1985. Der Spengler Cup bietet nun die Gelegenheit, sich auch auf internationaler Bühne mit hochkarätiger Konkurrenz zu messen und sich vielleicht selbst mit einem Titel zu belohnen.
Gecoacht wird das Team seit 2024 von Head Coach Tommi Niemelä. Mit dem 38-jährigen Center Jan-Mikael Järvinen sowie den 30-jährigen Jaako Lantta und John Nyberg bringt die Mannschaft auch einiges an Erfahrung mit. Spengler-Cup-Erfahrung haben allerdings nur zwei Spieler im Luchs-Kader. Der finnische Nationalspieler Tony Sund kennt das Turnier aus dem Jahr 2019, als er mit TPS Turku teilnahm. Bei seinem kurzen Engagement beim Gastgeber HC Davos im Jahr 2021 war der Spengler Cup allerdings bereits vorbei. Ebenfalls seine zweite Teilnahme erlebt der litauische Nationaltorhüter Mantas Armalis. Er spielte beim Spengler Cup 2017 für das lettische KHL-Team Dinamo Riga und kam in den Partien gegen die Schweizer Nationalmannschaft und HPK Hämeenlinna zum Einsatz.
Für die meisten Spieler und Trainer wird das Turnier im Dezember 2026 damit eine neue, aber nicht minder spannende Herausforderung auf internationaler Bühne. «Dank der Vereinbarung zwischen der finnischen Liiga und dem Spengler Cup bekamen wir in diesem Jahr die Möglichkeit, am Turnier teilzunehmen. Diese grossartige Gelegenheit wollten wir unbedingt nutzen und nach sehr langer Zeit wieder dabei sein», sagt GM Timo Koskela. Und er sieht im Turnier nicht nur eine sportliche Herausforderung: «Wir sehen den Spengler Cup als hervorragende Möglichkeit, den Teamzusammenhalt und unser Spiel weiterzuentwickeln und uns gleichzeitig auf die zweite Saisonhälfte vorzubereiten. Der Zeitpunkt des Turniers ist dafür besonders geeignet.»
Text: Spengler Cup-Onlineredaktion Foto: Ilves






